Kritik vom Mieterbund

Jährlich 3500 Sozialwohnungen nötig

Wiesbaden/Offenbach - In Hessen fehlen nach Schätzungen des Deutschen Mieterbundes (DMB) mehrere zehntausend Sozialwohnungen.

Jedes Jahr müssten allein 3500 gebaut werden, um für die aus der Sozialbindung fallenden Wohnungen einen Ausgleich zu schaffen, rechnet die Geschäftsführerin des Landesverbands, Eva-Maria Winckelmann, vor. Das Land habe jedoch 2013 gerade einmal 350 Neubauten gefördert. „Das reicht bei weitem nicht. “ Sie fordert eine Verzehnfachung des Fördervolumens. Derzeit gibt es in Hessen laut DMB etwas mehr als 122.000 Sozialwohnungen. Bis 2025 gehe der Bestand auf etwa 85.000 zurück, da viele Wohnungen ihre Sozialbindung verlören. Als positiven Schritt wertete die Geschäftsführerin, dass Frankfurt in der Wohnungspolitik dem Beispiel von Hamburg folge und bei Neubauprojekten vorschreibe, dass 30 Prozent öffentlich gefördert sein müssten. In Wiesbaden sei dies bei 15 Prozent der Fall. Die Stadt Offenbach, die tief in den roten Zahlen steckt, habe keine eigenen Programme, hieß es im Rathaus. Bei Neubau-Projekten von mindestens 50 Wohnungen versuche man ein Drittel Sozialwohnungen zu erreichen.

Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften, die sich auch beim Bau von Luxuswohnungen engagierten, müssten aber generell noch mehr für den sozialen Wohnungsbau tun, so der DMB. „Eine normal verdienende vierköpfige Familie, die vom Vogelsberg nach Frankfurt ziehen will, kann sich das nicht mehr leisten“, sagte Winckelmann. Daher müssten viele Pendler weiterhin lange Anreisen in Kauf nehmen. Zugleich müssten die Einkommensgrenzen für den sozialen Wohnungsbau im Rhein-Main-Gebiet deutlich angehoben werden. (dpa/psh)

Quelle: op-online.de

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