Kritik auch vom Bund der Steuerzahler

Jagdgegner protestieren gegen Bouffier

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Rund 100 Tierschützer haben gegen die Gesellschaftsjagd des hessischen Ministerpräsidenten Bouffier protestiert. Mit Trillerpfeifen, Tröten und Transparenten zogen unter anderem Vertreter der Tierrechtsorganisation "PETA" vor das Jagdschloss Mönchbruch, wo sich rund 40 Jagdgäste versammelten.

Mörfelden-Walldorf - Jagd gefällt nicht jedem. Das bekamen heute Morgen Gäste des hessischen Ministerpräsidenten zu hören. Nicht nur Tierschützer lehnen die Veranstaltung ab, auch der Bund der Steuerzahler findet sie nicht mehr zeitgemäß.

Rund 100 Tierschützer haben heute in Mörfelden-Walldorf gegen die Gesellschaftsjagd des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) protestiert. Mit Trillerpfeifen, Tröten und Transparenten zogen unter anderem Vertreter der Tierrechtsorganisation PETA vor das Jagdschloss Mönchbruch, wo sich rund 40 Jagdgäste versammelten. Polizisten hielten die Gruppen auf Abstand. Carsten Wilke, Leiter der Forstabteilung im Hessischen Umweltministerium, wies auf die Grundsätze der Verfassung hin. Dazu gehöre auch, unterschiedliche Meinungen zu vertreten, sagte er bei der Begrüßung der Gäste. Wolfram Hammes, Leiter des Forstamts Groß--Gerau, unterstrich, mit der Jagd würden Überschüsse der Natur geerntet.

Die Jagd, zu der Bouffier in den Staatswald bei Mörfelden-Walldorf südlich des Frankfurter Flughafens geladen hatte, war im Vorfeld unter anderem vom Bund der Steuerzahler kritisiert worden. In Niedersachsen und Hamburg seien vergleichbare Jagdausflüge gestrichen worden, weil sie als unzeitgemäß und zu teuer empfunden würden.

Die hessische Staatskanzlei verwies auf die Tradition der Veranstaltung. Die Jagd sei grundsätzlich wichtig, da sie dazu diene, Schäden in der Forst- und Landwirtschaft einzudämmen. In Hessen wird derzeit über eine geplante neue Jagdverordnung der grünen Umweltministerin Priska Hinz debattiert. Die Jäger kritisieren die darin vorgesehenen Beschränkungen, Naturschützern gehen die Regelungen nicht weit genug. (dpa)

Quelle: op-online.de

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