Zentrale Veranstaltung in Frankfurt

25 Jahre Deutsche Einheit: Festmeilen, Feuerwerk und mehr

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Frankfurt - Festmeilen, Feuerwerk und ein Festakt: Deutschland feiert 25 Jahre Deutsche Einheit. Die zentrale Veranstaltung ist in Frankfurt. Berlin und die neuen Länder feiern aber auch.

Das Silberjubiläum der deutschen Wiedervereinigung wird in Frankfurt am Main gefeiert - drei Tage lang. Mehr als eine Million Besucher, Vertreter aller Verfassungsorgane und einige ausländische Staatsgäste werden erwartet. Höhepunkt ist an diesem Samstag (3. Oktober) ein Festakt in der Alten Oper. Die zentrale Feier am Tag der Deutschen Einheit wird immer von dem Bundesland ausgerichtet, das den Bundesratspräsidenten stellt. Berlin und einige der neuen Länder feiern aber auch und erwarten dazu Tausende Menschen. Bundespräsident Joachim Gauck und der amtierende Bundesratspräsident, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), werden beim Festakt am Samstag in Frankfurt sprechen. Unter den Gästen sind Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Erwartet werden auch die Ministerpräsidenten der meisten Bundesländer, der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sowie der südkoreanische Vereinigungsminister Hong Yong-Pyo. Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) hat abgesagt. Ob der frühere sowjetische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Michael Gorbatschow kommt, war noch offen.

50 Bürgerrechtler aus der ehemaligen DDR, darunter Vera Lengsfeld, Marianne Birthler und Freya Klier, sollen in der Alten Oper in der ersten Reihe sitzen. Die schwarz-grüne Landesregierung von Hessen hat auch 30 Flüchtlinge eingeladen. Kanzlerin Merkel spricht bereits am Donnerstag (1. Oktober) in der Händel-Halle in Halle zu 25 Jahren Deutsche Einheit. Berlin will bei einem Festival am 3. Oktober am Brandenburger Tor das Wir-Gefühl der Deutschen zeigen. Am Reichstag ist am Abend ein Feuerwerk geplant. Vor dem Parlament soll dann auch Bundestagspräsident Lammert reden. Gefeiert wird auch in den neuen Ländern: Der sächsische Landtag in Dresden begeht als einziges deutsches Länderparlament traditionell den Tag der Deutschen Einheit mit einer Feierstunde. In Meißen wird zugleich der 25. Jahrestag der Wiedergründung des Freistaates gefeiert. In Mecklenburg-Vorpommern sind am 3. Oktober mehrere kleinere Feste geplant, gerade auch in den Orten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Sachsen-Anhalt begeht den Feiertag am früheren Autobahn-Kontrollpunkt zwischen Helmstedt und Marienborn. Geplant sind unter anderem ein Familienfest, Führungen über das Gelände, Sonderausstellungen und Musik. Mit einem Festakt im Erfurter Theater erinnert Thüringen an die Wiedervereinigung. In der Gedenkstätte Point Alpha an der hessisch-thüringischen Grenze wird schon am Freitag zurück geblickt. Bunte "Einheitsmännchen" des Künstlers Otmar Hörl stimmen auf dem zentralen Römerberg in Frankfurt am Main auf das dreitägige Bürgerfest ein. Die Skulpturen erinnern an das Ampelmännchen der DDR und stehen für die Wiedervereinigung. "Vor allem junge Menschen muss man aufklären, dass mitten in Deutschland mal eine Mauer stand", sagte Hörl. In der für den Autoverkehr gesperrten Frankfurter Innenstadt sind von Freitagnachmittag bis Sonntag 300 Veranstaltungen geplant, 200 Zelte werden aufgebaut. Auf zwei großen Bühnen in der Innenstadt treten unter anderem Roger Cicero, die hr-Bigband, Sarah Connor, die österreichische Pop-Sängerin Christina Stürmer, Namika ("Lieblingsmensch") und die Norwegerin Marit Larsen auf. Der Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers ist mit seiner Band "Radio Doria" auf einer Kulturbühne der Evangelischen Kirchen zu sehen.

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Die Bundesländer präsentieren sich mit eigenen Ständen, es gibt ein umfangreiche Kulturprogramm und eine Sportmeile. Das Land Hessen hat für die Feierlichkeiten 3,5 Millionen Euro eingeplant, die Stadt Frankfurt beteiligt sich mit 1,3 Millionen Euro. Der 3. Oktober klingt mit einer Brückeninstallation am Main aus - 25 Brücken sollen dabei zu sehen sein, für jedes Jahr der Einheit eine. Das Motto der Einheitsfeier "Grenzen überwinden" stößt bei einigen linken Gruppen auf Kritik. Mit Blick auf den Umgang Europas mit den Flüchtlingen sei dies der "Gipfel des Zynismus". Unter dem Motto "Was Ihr feiert: Ausgrenzung. Armut. Abschottung" wollen sie ihren Protest während der Feierlichkeiten auf die Straße tragen. Bouffier wies die Kritik zurück. "Das Motto hat für mich angesichts der aktuellen Situation sogar an Bedeutung gewonnen", sagte er der dpa. "Viele Menschen flüchten vor Krieg und Zerstörung und suchen eine neue Heimat." Sie erinnerte daran, dass Frieden und Freiheit verteidigt werden müssten. Flüchtlinge, die dauerhaft bleiben, müssten sich integrieren: "Wir werden ihnen dabei helfen, aber von beiden Seiten wird es auch hier nötig sein, Grenzen zu überwinden."

dpa

Quelle: op-online.de

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