James Last verabschiedet sich von der Bühne/Kartenverlosung

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Mit 86 Jahren nimmt Deutschlands bekanntester Bandleader Abschied von der Bühne. Zeitweise war James Last für ein Drittel der Verkäufe seiner Plattenfirma verantwortlich. - Fotos: Zauritz/Polydor

Offenbach - Seit einem halben Jahrhundert begeistert James Last die Menschen mit seinem „Happy Sound“. Jetzt geht der prominente Bandleader auf Abschiedstournee, die ihn im April auch nach Frankfurt führt. Von Christian Riethmüller 

Die Rolling Stones sind bekanntermaßen eine der berühmtesten und langlebigsten Bands der Musikgeschichte. Dass Mick Jagger und Keith Richards in jungen Jahren allerdings auch hellseherische Fähigkeiten besaßen, weiß dagegen nicht jeder. Zumindest könnte man ihren im Februar 1965 veröffentlichten Hit „The Last Time“ als gesungene Prophezeiung deuten, begann doch im selben Jahr mit dem Aufstieg eines Musikers aus Bremen das Last-Zeitalter, also die „Last Time“. 1965 veröffentlichte nämlich der Bassist und Bandleader Hans Last mit „Non Stop Dancing ‘65“ das erste Album unter seinem Künstlernamen James Last. Damit begann eine der unglaublichsten Karrieren in der populären Musik, die bis heute anhält. Mithalten können da eigentlich nur noch die Rolling Stones.

Während Jagger & Co. noch keine Anstalten machen, die Bühnen dieser Welt zu verlassen, wird sich James Last nun aber mit fast 86 Jahren vom Geschehen zurückziehen. Nach einer schweren Darmoperation im vergangenen Herbst soll seine eben begonnene Tour die letzte Konzertreise sein. Sie führt noch einmal in die großen Säle Deutschlands, aber auch zu einzelnen Gastspielen nach Wien, Strasbourg, Odense sowie für zwei Auftritte in die Royal Albert Hall in London, wo er dann sagenhafte 100 Mal konzertiert haben wird.

Kein besonderes Programm auf der Abschiedstour

„Solche Rekorde freuen mich, aber darauf arbeitet man als Musiker nicht hin“, sagt James Last im Gespräch mit unserer Zeitung. Für die Abschiedstour habe er sich daher auch kein besonderes Programm ausgedacht. „Das geht immer so weiter: Klassik, Pop, neue Hits“, sagt Last zur Musikauswahl, schränkt allerdings ein, keine aktuellen Hitparaden-Stücke zu spielen. „In den Charts geht das heute zu schnell, das kennt ja nach einem Jahr keiner mehr“, sagt der Bandleader, der früher bis zu zwölf Alben pro Jahr veröffentlichte. Die Zeit der Studioaufnahmen ist allerdings schon seit einigen Jahren vorbei. „Das ist viel zu teuer“, meint er und muss dafür nur auf sein 37-köpfiges Orchester verweisen. Stattdessen arbeitet der Urheber des „Happy Sound“ mit seinen Musikern, von denen ihn viele schon seit Jahrzehnten begleiten, vor allem via Computer zusammen. „Ich nehme meine Arrangementideen am Computer auf und schicke die dann herum. Dann weiß jeder, was er zu tun hat“, beschreibt er seine Aufgaben, die ihm mittlerweile reichlich Respekt von jüngeren Musikern einbringen.

Für die ist James Last nicht der Gute-Laune-Onkel, der vermutlich jedem Musikstück seinen ganz eigenen James-Last-Sound verpassen und damit aber auch aller Ecken und Kanten berauben könnte. In vielen der gut 3 000 Arrangements, die Last in seiner langen Karriere geschrieben hat, wie auch in vielen seiner eigenen Kompositionen, steckt ein jazziger Groove oder ein cooler Funk-Drive, der sie gerade für DJs zu wahren Juwelen adelt.

Mehr als eine fingerschnippende Galionsfigur

Obwohl er mit seinen Arrangements die wesentliche Arbeit quasi am Schreibtisch erledigt hat, ist James Last auf der Bühne nicht nur die fingerschnippende Galionsfigur, wie man angesichts legendärer Fernsehauftritte vielleicht meinen könnte. „Es macht Spaß, zwischen Publikum und Orchester zu stehen, doch ich gebe dort auch kompliziertere Rhythmuswechsel vor, etwa von einem 5/4- zu einem 7/4-Takt“, sagt er zu seiner lässigen Rolle, in die er nun noch einmal schlüpft, bevor die Rolling Stones mit ihrem 50 Jahre alten Hit recht behalten werden, wenn „The Last Time“ das „letzte Mal“ bedeutet.

James Last und sein Orchester treten am Sonntag, 5. April, in der Festhalle Frankfurt und am Donnerstag, 9. April, in der SAP-Arena Mannheim auf. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Die Redaktion verlost dreimal zwei Eintrittskarten für das Konzert in Frankfurts Festhalle unter den Lesern, die heute bis 13 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „James Last“ an gewinnspiel@op-online.de senden und ihre Anschrift sowie ihre AboPlus-Nummer nennen. Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Quelle: op-online.de

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