Folkballaden voller Sehnsucht

James Vincent McMorrow im Palmengarten

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Frankfurt - Zwanzig Minuten steht James Vincent McMorrow allein auf der Bühne des Frankfurter Palmengartens. Seinen Gesang - durchweg in Falsettlage - begleitet er erst auf der akustischen, dann auf der elektrischen Gitarre, schließlich auf dem Keyboard. Von Sebastian Hansen 

Vor vier Jahren ist es dem irischen Sänger und Songschreiber mit einer Coverversion von Steve Winwoods Popklassiker „Higher Love“ erstmals gelungen, international auf sich aufmerksam zu machen. Er singt und schreibt Folkballaden voller Sehnsucht. Auf seinen zwei Alben „Early in the Morning“ (2011) und „Post Tropical“ (2014) hat er sie mit Band und Elektronik als großen Popentwurf inszeniert. Vergleiche zu Lana Del Rey und James Blake drängen sich auf.

Davon ist zur Eröffnung der Reihe „Summer in the City“ im Palmengarten nur ein Schatten zu erleben. Vorneweg hat der in Berlin lebende Bolivianer David Lemaitre mit seinem Trio in gerade mal vier Nummern eine Zugehörigkeit zum Weird Freak Folk dokumentiert, dem psychedelisch angehauchten Pop. Schwer zu sagen, was aus Lemaitre werden wird. Seine sparsam arrangierte, auf die Faszinationskraft sonderbarer Klänge ausgerichtete Musik hat aber einen gewissen Reiz.

Der solistische Teil von James Vincent McMorrows Auftritt ist der intensivste gewesen. Die Musik verströmte eine ungebrochene Schönheit, obschon ein an den lauteren Stellen dieser leisen Musik plärrend übersteuertes Keyboard den Genuss punktuell getrübt hat. Hernach kamen die drei übrigen Musiker auf die Bühne, und schon ist es vorbei gewesen mit der Magie. Die Balladen des 1983 in Dublin geborenen Sängers handeln von Weltschmerz und dem Verlangen nach Liebe und Geborgenheit. Das Tempo ist meist schleppend, zuweilen sind elektronische Beats im Spiel.

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Von drei oder vier Ausnahmen abgesehen, darunter ein Song mit Anklängen an den West-Coast-Pop, wirkt der Einsatz der Mittel erstaunlich beliebig, die Musik deshalb konturlos und gleichförmig. Manche Momente erinnern an Art- und Progrock. Die anekdotischen Ansagen machen nichts besser; die Soloeinlage ohne Mikrofon in der Zugabe auch nicht.

Quelle: op-online.de

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