Staatssekretärin: Alle Schichten betroffen

Jede vierte Frau Opfer von Gewalt

   Offenbach/Dietzenbach (psh) ‐ Jede vierte Frau in Hessen ist bereits Opfer von häuslicher Gewalt geworden. „Misshandlungen durch den Ehemann, Freund oder Lebenspartner gehören für viele Frauen und ihre Kinder zum Alltag“, berichtete Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Sozialministerium. Häusliche Gewalt sei die häufigste Ursache für Verletzungen bei Frauen, häufiger als Verkehrsunfälle, Überfälle oder Vergewaltigungen zusammen. Sie komme in allen sozialen Schichten vor, hieß es.

Zuletzt ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle in Hessen erstmals seit Beginn der Erhebungen leicht gesunken: Von 7764 im Jahr 2010 auf 7562 in 2011. Auch die Zahl der Stalking-Fälle ist den Angaben zufolge rückläufig, dies bereits im zweiten Jahr. 2011 wurden 1 487 Fälle der sogenannten Nachstellung registriert, 296 Fälle oder 16,6 Prozent weniger als noch 2010. Stalking war im Jahr 2007 als Straftatbestand eingeführt worden. Nach den Worten von Müller-Klepper muss aber davon ausgegangen werden, dass bei der häuslichen Gewalt die Dunkelziffer immer noch um ein Vielfaches höher liegt, als die Kriminalstatistik ausweist.

Als einen Grund für den aktuellen Rückgang der Fallzahlen machte Müller-Klepper das Angebot von speziellen Anti-Gewalt-Programmen für gewalttätige Männer aus. Diese Programme hätten geholfen, die Rückfallquote zu senken.

Allein die Anti-Gewalt-Beratung für Männer des Diakonischen Werks in Dietzenbach (Tel. 06074/82760) ist 2011 in 36 Fällen tätig geworden. Sozialpädagoge Thomas Quiring verweist aber auch auf das oft fehlende Interesse der als gewalttätig auffallenden Männer.

Quelle: op-online.de

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