Nur jede zweite S-Bahn planmäßig

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Selbstkritik beim RMV: „Unbefriedigend bleiben die Informationen für Fahrgäste bei Verspätungen.“

Offenbach ‐ Nur 55 Prozent aller S-Bahnen sind im Rhein-Main-Gebiet im vergangenen Jahr planmäßig gefahren. Von Peter Schulte-Holtey

In weiteren rund 40 Prozent der Fälle hatten die Züge Verspätungen von weniger als sechs Minuten, was als „noch pünktlich“ gewertet wird. Daraus errechne sich ein Gesamt-Pünktlichkeitswert von 94,6 Prozent, heißt es im „Qualitätsbericht“ des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Bei der Pünktlichkeit sei damit zwar der zweitbeste Wert nach 2005 erzielt worden. Dieser liege aber immer noch unter dem vom RMV akzeptierten Toleranzwert von 96 Prozent.

Am unpünktlichsten aller neun Linien war die S 8 zwischen Wiesbaden sowie Frankfurt und Hanau. „Mit einer Streckenlänge von mehr als 70 Kilometern eine der längsten Strecken im S-Bahn-Netz und durch die Verbindung der Zentren mit dem Flughafen Frankfurt Rhein-Main zwar eine der bedeutendsten und fahrgastaufkommensstärksten Linien, liefert die S 8 gleichzeitig eine Pünktlichkeitsquote von nur 90,93 Prozent“, hieß es. Für dieses schlechte Ergebnis machte der RMV Bauarbeiten an der Strecke wie den Mainzer Tunnel verantwortlich.

Der Anteil erheblicher Verspätungen von mehr als 15 Minuten liegt laut RMV bei deutlich unter einem Prozent. Wegen der dichten Taktfolgen der Bahnen kommen solche Verspätungen häufig einem Fahrtausfall gleich und fallen dann auch nicht mehr unter die Wertung bei der Pünktlichkeit.

Nach Angaben des Verkehrsverbunds haben die S-Bahnen in 2010 bislang immer Pünktlichkeitswerte über 95 Prozent erreicht.

Quelle: op-online.de

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