In Sammlung des Frankfurter Museums

Oh Jesulein süß – Neuzugang im Liebieghaus

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Frankfurt - Ein Wunsch ist für das Liebieghaus in Erfüllung gegangen: In der Vorweihnachtszeit ist ein kleines Christuskind mit roten Wangen und süßen Löckchen in die Sammlung des Frankfurter Museums gekommen.

Die Skulptur hat eine Größe von 63,5 Zentimetern und stammt vermutlich aus dem Jahr 1490/95, wie die Skulpturensammlung mitteilte. Es sei eine der bedeutendsten Neuzugänge der vergangnen Jahre. „Auf dem Kunstmarkt waren Skulpturen in dieser Qualität in den vergangenen Jahrzehnten nicht zu haben. Die Figur dürfte aus dem Atelier Michel Erharts stammen und zählt zu den schönsten ihrer Art“, schwärmt Stefan Roller, Sammlungsleiter für das Mittelalter im Liebieghaus. Aus der Werkstatt Erharts besitze das Museum bereits zwei Büsten, da passe der Neuzugang perfekt, sagte Museumsdirektor Philipp Demandt.

Als selbstständige Figuren seien Christuskinder seit dem 14. Jahrhundert bekannt und besonders in Frauenklöstern beliebt gewesen. Dort wurden sie bekleidet, liebkost, gewiegt – wie reale Kinder. Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert eroberten die „Jesulein“ auch bürgerliche Haushalte, wo sie zur Weihnachtszeit an die Geburt Christi erinnerten, informierte das Museum. Das wohlgenährte Kleinkind, das nun im Liebieghaus zu sehen ist, dürfte ursprünglich seine rechte Hand segnend erhoben und mit der linken eine Weltkugel, einen Reichsapfel oder Ähnliches gehalten haben, hieß es. Der Ankauf wurde mit Mitteln der Ernst Siemens Kulturstiftung und des Nachlasses Wirth ermöglicht. Während des „Weihnachtszaubers“, dem Weihnachtsmarkt am Liebieghaus, wird das Christuskind am 16. Dezember vorgestellt.

Quelle: op-online.de

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