Jetzt gibt‘s was auf die Ohren

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Schiefe Töne garantiert: Vier Touristen testen ihre Sangeskünste im „Melody“.

Schiefe Töne und schräge Shows: Wenn Laien zum Mikrofon greifen, gibt‘s was auf die Ohren. Wer Singstar schon immer toll fand, wird Karaoke lieben. Von Khang Nguyen

Zugegeben, Karaoke-Bars sind nicht jedermanns Sache, überzeugen aber, wenn man bei asiatischem Flair keine Scheu davor hat, sich vollkommen zu lösen, und sich beim Singen lächerlich zu machen. Der Spaß ist in jedem Fall garantiert.

Den Lieblingshit aus vollem Herzen mitzuschmettern, fällt vielen nicht ganz so leicht. Die Scheu ablegen können Amateursänger in der Karaoke-Bar „Melody“. Die befindet sich seit nun gut zwei Jahren im Gallusviertel in Frankfurt und ist unter Karaoke-Freaks der Szeneladen. In elf Räumen auf ganzen 400 Quadratmetern verteilt, haben die singenden Gäste die Möglichkeit, ihre Stimmbänder bei traditionellen Drinks zu ölen. Das Publikum ist bunt gemischt: „Während uns anfangs eigentlich nur Asiaten besuchten, kommen heute immer mehr Deutsche zum Karaoke. Wir bekommen aber auch Gäste aus anderen Ländern, zum Beispiel aus England“, so Helen, die schon länger im „Melody“ arbeitet. Und das Geschäft boomt. An Wochenenden sind oft durchweg alle Zimmer besetzt, und je später der Abend wird, desto mehr wird um die Wette gegröhlt.

Deutsche Hits am beliebtesten

Und man möchte es kaum glauben, aber an der Spitze der meist gewählten Lieder der Deutschen befinden sich Klassiker wie „Verdammt ich lieb‘ Dich“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder „99 Luftballons“. Lieder von heute, wie Lady Gagas „Pokerface“ hingegen werden eher weniger gesungen. Besucht wird der Sing-Palast meist bei Geburtstagen, Junggesellenabschieden oder Firmenfeiern.

Auch Yuan Dong besucht die Bar mit seinen Freunden regelmäßig. Bis zu vier Mal im Monat kommen sie in das versteckte Szenelokal im Gallusviertel und toben sich bei chinesischen Liedern aus. „Karaoke gehört zu unserer Kultur. Es macht uns Spaß, sich mit Freunden hier zu treffen. Außerdem befreit das Karaoke von Stress und Ängsten“, so Yuan. Und wer sich durch Karaoke sogar von seinen Ängsten befreien kann, der spart den Besuch beim Psychotherapeuthen

Quelle: op-online.de

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