JOBfit als Weg in den Beruf

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Der Meister und sein Lehrling: Walter Jugert hat es nie bereut, Pierre Schöche eingestellt zu haben. Der 21-Jährige hat Spaß an seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, die ihm über das „JOBfit“-Programm vermittelt wurde.

Frankfurt/Rhein-Main - (bp) Jeder junge Mensch hat Unterstützung bei der Suche nach einem Job verdient.“ So knapp und treffend beschreibt Erwin Kneißl aus Rodgau seine Motivation, das Projekt „JOBfit“ als Job-Lotse zu unterstützen.

Das Vorstandsmitglied der TGM SV Jügesheim betreut zurzeit mit weiteren Rodgauer Job-Lotsen zehn Jugendliche aus der größten Stadt des Kreises bei ihrer Suche nach Ausbildungsplätzen. Nach wie vor ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt für junge Leute mit schwierigem sozialen Hintergrund prekär. Obwohl der rückläufige Trend bei der Zahl der Ausbildungsplätze in Hessen 2007 gestoppt werden konnte, blieben etwa 2 300 Lehrstellensuchende ohne Job.

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Hier setzt das vom Land Hessen geförderte Projekt „JOBfit“ an. Denn Sport und Ehrenamt im Verein schulen Qualifikationen wie Teamfähigkeit, Pünktlichkeit, Ehrgeiz und Disziplin, die auch im Beruf unverzichtbar sind. Auf diese Erkenntnis gründet sich das Projekt, das nun auch in Rodgauer Vereinen angeboten wird.

Job-Lotsen in den Vereinen halten engen Kontakt zu Jugendlichen, die sich positiv hervortun und vermitteln ihnen bei Bedarf eine Lehrstelle. Die Bundesagentur für Arbeit fördert dieses Vorhaben nicht nur finanziell, sondern auch mit Berufsberatung, Ausbildungshilfen und Stützunterricht.

Landrat Peter Walter, der damalige Langener Bürgermeister Dieter Pitthan und der Vorsitzende des Sportfördervereins Langen, Peter Carlstaedt, hatten im August 2006 das Modellprojekt aus der Taufe gehoben. Damals kamen landesweit auf 41 000 Bewerber nur 26 000 Lehrstellenangebote. Im Sportförderverein, der als Partner im Boot ist, sind 17 Vereine mit mehr als 9 000 Sportlern organisiert. Seit Beginn des Projekts wurden (und werden) in Langen 42 junge Leute betreut. 13 Jugendlichen konnten Lehrstellen, sieben zumeist einjährige Praktika vermittelt werden, wie Fabian Villmeter berichtet. Der Job-Lotse ist von Anfang an dabei.

Ziel des Projektes ist es, Jugendlichen, die in Vereinen wertvolle und engagierte Arbeit leisten, den Weg zu einem Ausbildungsplatz zu ebnen. Zielgruppe sind Migrantenkinder und junge Aussiedler. Prinzipiell steht das Projekt aber allen Jugendlichen offen. Die zentrale Vermittlerrolle kommt den Übungsleitern und den Job-Lotsen zu.

Als Partner für die Rodgauer Variante dieses Projekts wurden bisher zwei Vereine gefunden: TGMSV Jügesheim und TGS Jügesheim. Beide Gemeinschaften seien ein Beispiel für Innovationsfreude und erfolgreiche Zusammenarbeit, begründete die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger diese Wahl. Das bedeute freilich nicht, dass diese Vereine das ehrgeizige Vorhaben alleine schultern sollen. Im Gegenteil. Alle Rodgauer Sportvereine seien aufgerufen, mitzumachen. Wegen Terminüberschneidungen nahmen allerdings nur sehr wenige Vereine an einem Info-Treffen Ende April im Rodgauer Rathaus teil. „Viele haben bei mir aber angerufen, ob wir nicht zu persönlichen Vorstellungsrunden zu ihnen kommen könnten“, sagt Kneißl.

Kontakt: Peter Carlstaedt, 06103/ 26454, Erwin Kneißl, 06106 / 14473.

In Rodgau haben bisher Inge Ries und Erwin Kneißl von TGMSV Jügesheim und Thorsten Schwinn von der TGS Jügesheim diese wichtige Aufgabe als Job-Lotsen übernommen. Sie sind Ansprechpartner für alle Beteiligten, halten Kontakt zu den Jugendlichen, zu Übungsleitern, Arbeitsagentur und auch Sponsoren, Firmen und Kooperationspartnern, die als Arbeitgeber für die Anwärter in Frage kommen.

Wer sich in dem Projekt bewährt, erhält von den Job-Lotsen ein Empfehlungsschreiben. Überdies sind die Lotsen auch dann noch Paten der Jugendlichen (und damit Ansprechpartner für Arbeitgeber), wenn die Lehre längst begonnen hat.

Das Projekt ist in Rodgau zunächst auf zwei Jahre angelegt. Die Kosten betragen 97 500 Euro. 43 000 Euro davon zahlt die Arbeitsagentur, fast den ganzen Rest der Europäische Sozialfonds. 5000  Euro steuert der Kreis Offenbach bei.

Quelle: op-online.de

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