Dreigeschossiger Neubau

Jüdisches Museum wird erweitert

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Der Neubau und das historische Rothschild-Palais (rechts) korrespondieren farblich.

Frankfurt - Das Jüdische Museum Frankfurt ist längst an räumliche Grenzen gestoßen. Nun wird das vor 25 Jahren gegründete Haus endlich einen Erweiterungsbau erhalten und gleichzeitig grundlegend saniert. Von Christian Riethmüller

Gebaut wird nach einem Entwurf des Berliner Büros Staab Architekten GmbH.

Die Berliner Architekten haben sich damit endgültig im Architektenwettbewerb für den Erweiterungsbau des Museums durchgesetzt, bei dem sie Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit dem ebenfalls in Berlin ansässigen Büro Töpfer Bertuleit Architekten den zweiten Platz belegten. Die beiden Büros sowie das auf dem dritten Platz gelandete Hamburger Büro Gerkan, Marg und Partner (gmp) waren daraufhin von der Stadt Frankfurt beauftragt worden, ihre Entwürfe zu überarbeiten und zu präzisieren.

Stadtverordnete sollen im Sommer dem Entwurf zustimmen

Am 29. April entschied sich das aus Architekten, Stadtplanern sowie Vertretern von Politik, Kultur und Jüdischer Gemeinde bestehende Auswahlgremium endgültig für den Staab-Entwurf, der nun noch von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden muss, was noch in diesem Sommer geschehen soll.

Ein lichtdurchflutetes Foyer wird die Besucher empfangen.

An der Zustimmung der Stadtverordneten wird aber nicht gezweifelt, weshalb Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) den Entwurf am Montag im Jüdischen Museum als Arbeit pries, die „die architektonischen Anforderungen für Wechselausstellungen hervorragend umsetzt und dem Rothschild-Palais mit Respekt begegnet.“. Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) lobte ebenfalls die „unaufdringliche Eigenständigkeit des Gebäudes“, das sich zudem in die historischen Wallanlagen einzufügen habe und mit der Gestaltung der Außenanlagen auch noch das von Straßen umgebene Areal aufwerten soll. „Gerade Museumsbauten müssen ja eine besondere Ausstrahlung haben“, sagte Cunitz.

50 Millionen Euro hat die Stadt für diese Baumaßnahme veranschlagt. Wie Andreas Schröder von der für die städtischen Museumsbauten zuständigen „MuseumsBausteine GmbH“ sagte entfallen davon 20 bis 22 Millionen Euro auf die reinen Baukosten (Bauwerk und Technik). Der Rest des Budgets ist etwa für die Gestaltung der Außenanlagen und die Museografie, also die künftige Gestaltung der Ausstellung vorgesehen. Die neue Museografie für die Außenstelle Museum Judengasse ist ebenfalls in diesem Budget enthalten.

Insgesamt 1600 Quadratmeter Platz

Wie Museumsdirektor Raphael Gross sagte, wird das Jüdische Museum nach der Sanierung und Erweiterung über eine Ausstellungsffläche von 1000 Quadratmetern für die Daueraustellung sowie 600 Quadratmetern für Wechselausstellungen verfügen. Unter anderem wird das Museum dann das Anne-Frank-Zentrum beherbergen.

Die Sanierung des Rothschild-Palais, in dem das Museum seit einem Vierteljahrhundert beheimatet ist, sowie die Errichtung des Neubaus sollen parallel geschehen. Deshalb wird das Museum für einige Zeit geschlossen. Bisher ist geplant, im Jahr 2015 mit den Baumaßnahmen zu beginnen. Der dreigeschossige Neubau im geschliffenen hellen Sichtbeton soll dann im Frühjahr 2017 und der hell verputzte Altbau ein halbes Jahr später eröffnet werden. Während der Umbauzeit wird das Museum an anderen Orten Ausstellungen zeigen. Wie Raphael Gross sagte, ist etwa eine Schau im Institut für Stadtgeschichte und eine weitere im Frankfurter Westend geplant.

Quelle: op-online.de

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