Junglachse im Schwarzbach

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Hunderte von Junglachsen schüttete der Biologe Jörg Schneider am Donnerstag aus einem Eimer in den Schwarzbach bei Hofheim im Taunus.

Hofheim/Darmstadt - Im Schwarzbach bei Hofheim im Main- Taunus-Kreis tummeln sich seit Donnerstag 15 000 Junglachse. Das Flüsschen sei so sauber, dass die ausgesetzten Fische dort wieder heimisch werden könnten, teilte das Regierungspräsidium in Darmstadt mit.

Die Atlantischen Lachse im Schwarzbach, einem Zufluss des Mains, waren vor Jahrzehnten ausgerottet worden. Bei einem ähnlichen Projekt wie in Hofheim waren vor zehn Jahren in der Wisper bei Lorch im Rheingau Lachse ausgesiedelt worden, einige von ihnen kehrten zum Laichen zurück. Eine sich selbst erhaltende Population gibt es in der Wisper dennoch nicht, jährlich werden „Lachsbrütlinge“ ausgesetzt.

Lachse dürfen nach dem Hessischen Fischereigesetz nicht gefangen werden. Das sah vor hundert Jahren noch ganz anders aus: Damals war der Lachs im Rhein noch so häufig vertreten, dass pro Saison schätzungsweise 200 000 Exemplare gefangen wurden.

Die im Schwarzbach ausgesetzten Junglachse sind etwa sechs Zentimeter lang. Sie werden in rund einem Jahr flussabwärts ins Meer schwimmen. Mit dem Eintritt der Geschlechtsreife kehren die Lachse zum Laichen in der Regel zurück in den heimischen Fluss. „Wir hoffen, dass ein- bis zweitausend der Lachse in etwa drei Jahren wieder zurück in den Schwarzbach kommen“, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums. Lachse stehen auf der Speisekarte größerer Raubfische. Außerdem ist der Weg zum Meer und die Rückkehr in den Heimatfluss für die Tiere extrem anstrengend, viele sterben dabei.

Bis zu ihrer Rückkehr muss den Fischen allerdings noch der Weg freigemacht werden, bislang verhindern Staustufen und Wehre ohne spezielle Fischpassagen den Aufstieg in den Schwarzbach. „Die Durchgängigkeit wird eine der Schwerpunkte bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sein“, hieß es dazu vom Regierungspräsidium.

Der Atlantische Lachs (wissenschaftlicher Name: Salmo salar) wird bis zu 1,5 Meter lang und lebt größtenteils im Atlantischen Ozean. Im Spätherbst ziehen die Lachse aber die Flüsse Europas und Nordamerikas hinauf, um an den Oberläufen zu laichen. Die Fische benötigen Kiesgründe zum Laichen.

dpa

Quelle: op-online.de

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