Heftiger Streit über Sarrazin

Frankfurt - Das Ausschluss-Verfahren ist zwar beendet, Thilo Sarrazin bleibt in der SPD, doch die Diskussionen gehen weiter. Die hessischen Jusos haben nun in diesem Zusammenhang den Rücktritt von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles gefordert.

Der Verbleib des umstrittenen früheren Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin in der SPD sorgt weiter für heftige Kritik an der Parteispitze. Hessens Jusos forderten den Rücktritt von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles.

Sarrazin habe seine „rassistischen und sozialdarwinistischen Äußerungen“ nicht ausdrücklich zurückgenommen, sagte der hessische Juso-Vorsitzende Felix Diehl in Frankfurt. Es sei „absolut nicht nachvollziehbar“, warum der Ausschluss Sarrazins nicht weiter verfolgt werde. „Deshalb fordern wir Konsequenzen aus dieser Entscheidung und den Rücktritt von Andrea Nahles als SPD-Generalsekretärin“, sagte Diehl.

Die Sarrazin-Entscheidung hätte nicht von der Parteispitze allein getroffen werden dürfen. Sarrazin hatte mit umstrittenen Thesen zur Integrationsfähigkeit von Zuwanderern ein Ausschlussverfahren provoziert.

Nach seiner Erklärung, er sei vor allem fehlinterpretiert worden, hatten die Betreiber des Verfahrens vor Ostern überraschend ihre Ausschlussanträge zurückgezogen. Nahles hatte die Bundespartei vor der Schiedskommission vertreten.

dpa

Quelle: op-online.de

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