Peinliche Panne

Justizirrtum: Frau sitzt zu lange im Gefängnis

Frankfurt - Eine Frau hat einige Zeit länger im Gefängnis gesessen, als sie eigentlich hätte abbüßen müssen. Mitte April wurde sie drei Monate zu spät entlassen.

Eine wegen Diebstahls verurteilte Frau hat in Hessen mehrere Monate zu lange im Gefängnis gesessen. Die Frau sollte ursprünglich im Januar 2013 frei kommen, wurde aber erst Ende April entlassen - dreieinhalb Monate zu spät, wie ein Sprecher des Justizministeriums in Wiesbaden heute einräumte. Er sprach von einem "totalen Ärgernis". Aufgefallen sei der Fehler, als routinemäßig nach Verbüßen von zwei Dritteln der Haftstrafe eine vorzeitige Entlassung geprüft worden sei. Nach Angaben des Ministeriums ermittelt die Staatsanwaltschaft, wie es zu der Panne kam. Der ehemaligen Gefangenen steht eine Haftentschädigung von 2835 Euro zu, das entspricht 25 Tag Euro pro Tag.

Die Frau hatte seit September 2012 in der Justizvollzugsanstalt Preungesheim in Frankfurt gesessen. Ihre Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Bandendiebstahl wurde nach Auskunft des Ministeriums im November durch eine Ersatzfreiheitsstrafe von 56 Tagen unterbrochen, weil die Frau eine Geldstrafe nicht bezahlt hatte. Anschließend hätte sie entlassen werden müssen, denn in der Zwischenzeit hatte ein Gericht die Verurteilung wegen Bandendiebstahls zur Bewährung ausgesetzt. Die hessische SPD nannte die verspätetet Freilassung "skandalös und nicht hinnehmbar". Sie forderte in einer Mitteilung Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) auf, die Sache restlos aufzuklären.

(dpa)

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Quelle: op-online.de

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