Projekt: Im Gefängnis bereits deradikalisieren

Häftlinge vom Islamismus wegbringen

Wiesbaden - Islamisten, die im Gefängnis sitzen, sollen bereits während ihrer Haft Deradikalisiert werden. Dabei hofft Hessen auf Hilfe vom Bund.

Bei den Bemühungen um eine Deradikalisierung inhaftierter Islamisten hofft Hessen auf Hilfe vom Bund. Justizministerin Eva Kühne-Hörmann will die Bundesregierung auf der Ressortminister-Konferenz Mitte Juni beim Aufbau eines Netzwerkes in die Pflicht nehmen. Wenn die Haftzeit nicht genutzt werde, "laufen wir Gefahr, perspektivlose und radikale Islamisten in die deutsche Gesellschaft zu entlassen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Der Bund müsse den Aufbau und die Finanzierung von Strukturen unterstützen, die die Deradikalisierung förderten.

Angesichts der vor Gericht anhängigen Verfahren müssten die Gefängnisse bald Hunderte von radikalen Islamisten zusätzlich aufnehmen, sagte Kühne-Hörmann. Der Wiesbadener Gefängnis-Seelsorger Husamuddin Meyer hat unterdessen eine flächendeckende religiöse Betreuung für muslimische Gefangene in Hessen verlangt. "Genauso wie für die katholischen und protestantischen Häftlinge sollte es auch islamische Vollzeit-Seelsorger geben", sagte Meyer. Er arbeitet als einer von zwei Imamen in hessischen Haftanstalten. Gerade junge Häftlinge an der Schwelle zur Radikalisierung könnten erreicht werden. Das Land hat die Mittel für die islamische Seelsorge von 50.000 auf 115.000 Euro ausgeweitet.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion