Frankfurter Amtsgericht

Jedes Gebäude hat seit 2013 Schleusen

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Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann

Offenbach - Die tödlichen Schüsse von Frankfurt sind vor dem eigentlichen Gerichtsgebäude beziehungsweise im Eingangsbereich des Gebäudes gefallen. Der bewaffnete Täter hat die Sicherheitsschleuse einfach durchbrochen. Verhindern lassen sich solche Taten freilich nicht. Von Ralf Enders 

Die Gerichte soll dennoch niemand mit einer Waffe betreten. Das Frankfurter Justizzentrum hat seit 1997 eine Sicherheitsschleuse. Damals hatte dort ein Polizist nach einem Unterhaltsprozess seine ehemalige Lebensgefährtin erschossen und deren Anwältin schwer verletzt.

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Es dauerte bis 2013, ehe in Hessen sämtliche 73 Gerichtsgebäude mit Sicherheitsschleusen ausgestattet wurden. Neben den Bediensteten und den Anwälten mit Sonderausweisen müssen seit dem vergangenen Jahr auch alle Prozessbeteiligten und Besucher hessischer Gerichte durch den Metalldetektorrahmen gehen und sich eventuell auch noch mit Handsonden abtasten lassen. Der ehemalige hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) hatte die flächendeckende Maßnahme angeordnet, nachdem Anfang 2012 im Amtsgericht in Dachau (Bayern) ein Verurteilter einen Staatsanwalt erschossen hatte und die öffentliche Diskussion um die Sicherheit in Gerichten immer stärker geworden war.

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Seine Nachfolgerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ist seit Samstag vergangener Woche im Amt. Sie betonte am Freitag bei einer eilends einberufenen Pressekonferenz in Frankfurt, der Todesschütze habe sich mit Waffengewalt über die Schleuse hinweggesetzt. Die Tat sei „unfassbar“. Ministerin Kühne-Hörmann gegenüber unserer Mediengruppe: „Die Frankfurter Justizbehörden verfügen an allen Eingängen über Zugangskontrollen, besetzt mit externen Sicherheitsdiensten und bei Bedarf Justizwachmeistern.“ Bewaffnet sind die externen Kontrolleure nicht. Allein 2013 und allein in Frankfurt seien bei diesen Kontrollen etwa 10.000 gefährliche Gegenstände in Verwahrung genommen worden: Schusswaffen, Messer, Gaspistolen, Schraubenzieher, Scheren.

Zudem würden die Eingänge und Eingangshallen der großen Gerichtsstandorte per Video überwacht. Allein in Frankfurt seien 100 Kameras installiert.

Quelle: op-online.de

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