Kaffeeklatsch modern

Offenbach-Post

Die Zeiten, in denen es im Museumscafé nur Kuchen und Kaffee im Kännchen gab, sind vorbei. Moderne Museumsgastronomie ist angesagt. Und das nicht nur für Museums-Fans. So entführt das Frankfurter Schirn-Restaurant „Table“ nicht nur die Ausstellungsbesucher der Kunsthalle in eine spannende, anspruchsvolle und doch so lockere kulinarische Welt – ins „Casual Fine Dining“-Restaurant.

„Mit Respekt und gastronomischem Anspruch hat sich unser „Table-Team“ einst dem Projekt genähert“, sagt Lorenzo Bizzi, ein Teil dieses Teams. Schließlich handelt es sich nicht um irgendein Restaurant, sondern um das der Schirn Kunsthalle. Und doch waren die Betreiber des Gastronomieunternehmens Nykke & Kokki mutig genug, Veränderungen in dem Museumsanbau vorzunehmen.

Das „Table“ soll Lieblingscafé, Hausbar und Esstisch zugleich sein. Mit Tischdecke oder ohne, an der Bar oder am imposanten runden Terrazzo-Tisch sitzend wird Frühstück, Mittag- oder Abendessen zum wahren Erlebnis. Auch ein etwa zwölf Meter langer, eingebauter Weinschrank ziert den Raum. Alleine 130 Sitzplätze bietet das „Table“ im Inneren, weitere 120 Plätze gibt es im Freien.

Was das „Table-Team“ um Michael Frank, Lorenzo Bizzi und Frank Lottermann geschaffen hat, überrascht. Doch auch wenn sich jeder selbst seine Meinung bilden muss, die Vielfalt des Ambientes überzeugt.

Ein Höhepunkt im stylishen und doch gemütlichen Ambiente ist der riesige runde Tisch, an dem locker 16 Personen Platz finden und dessen Teile aus Terrazzo gegossen und vor Ort zusammen gesetzt wurden.

Über den Köpfen schwebt ein beeindruckender Leuchter mit sicherlich 300 Glühbirnen, umrandet von einem schweren Vorhang, der sich senken lässt und den Tisch zum Séparée verwandelt. „Wir wollten ein Design außerhalb von dem, was man erwartet – Museumsgastronomie mit internationalem Flair und spannender Küche“, so Bizzi.

Die Herausforderung: Ein vielfältiges Publikum und doch „Leute, die kulturell ästhetischen Anspruch haben.“ Schirn-Direktor Max Hollein gefällt der neue Stil des „Tables“. „Ich bin beruhigt, dass es ein Wiener Schnitzel auf der Karte gibt - das war ein Zugeständnis“, sagt der Österreicher mit einem Schmunzeln. Mit 400 000 Besuchern jährlich sei die Schirn Kunsthalle die bestbesuchte Kultureinrichtung in Frankfurt. Umso mehr freut sich Hollein, dass das Café mit seiner eigenen Note für noch mehr Belebung am „Ort der gesellschaftlichen Zusammenkunft“ sorgt.

Gestaltet wurde das Innere des „Table“ vom israelischen Designer Nitzan Cohen. Doch das „Table“ ist in Bewegung: Alle sechs bis zehn Monate soll sich am Interieur etwas tun, Designer gestalten das „Table“ um – vielleicht ändern sich die Stühle oder die Bespielung der Fensterfront.

Nykke & Kokki folgt auch im „Table“ seinen Grundsätzen in Sache Qualität: Die besten Zutaten, wenn möglich aus der Region, zu verwenden. Selbst die Croissants und die Chips kommen aus der eigenen Backstube. Egal zu welcher Uhrzeit, die Besucher erwarten bekannte und doch ausgefallene Speisen. Und das auch fürs Durchschnitts-Portemonnaie. Das Wiener Schnitzel mit lauwarmen Kartoffelsalat gibt es für 16 Euro, Focaccia-Sandwich mit hausgemachter Pastrami, dazu Chutney und Salate für zehn Euro. „White Wedding Vanille“ oder „Red Alarm Himbeere“ sind Namen des hausgemachten Bio-Eises, das es auch ganz modern als „Take-Away“ gibt. Samstags und sonntags ist Zeit fürs Frühstücksbuffet.

CHRISTINA SCHÄFER

„Table“ Café - Bar - Restaurant in der Schirn Kunsthalle, Römerberg, Frankfurt, täglich geöffnet ab neun Uhr.

http://www.table-frankfurt.com

Quelle: op-online.de

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