Rauchverbot auf Spielplätzen

Kampf gegen Kippen im Sandkasten

+

Offenbach - Kinder bauen Sandburgen, während die Eltern nebenher eine Zigarette rauchen: Ein gutes Vorbild ist das sicher nicht. Daher wird ein Rauchverbot auf Spielplätzen jetzt in einer wachsenden Zahl von Städten im Rhein-Main- Gebiet gefordert. Von Ronny Paul

Ein brisantes Thema, das am heutigen Weltnichtrauchertag für jede Menge Diskussionsstoff sorgt. In Neu-Isenburg ist das Rauchen auf den 45 städtischen Spielplätzen schon seit über einem Jahr untersagt; ebenfalls in Kriftel. In Bayern und Nordrhein-Westfalen schließen gesetzliche Regelungen das Qualmen auf Spielgrund von vorneherein aus. Das möchte auch die Frankfurter CDU schnell in der Mainmetropole durchsetzen: „Rauchen auf Spielplätzen ist für uns ein Verhalten, das nicht länger hingenommen werden darf“, erklärt die CDU-Stadtverordnete Eva-Maria Lang. Sie begründet das mit der hohen Gesundheitsgefahr für den Nachwuchs: „Kleinkinder neigen in ihrer Neugierde dazu, Dinge in den Mund zu nehmen. Abgesehen von dem schädlichen Qualm bedeutet das Verschlucken solcher Glimmstängel aufgrund der toxischen und krebserregenden Inhaltsstoffe durchaus Lebensgefahr für die Kinder. Die Raucherei auf Spielplätzen muss deshalb ein Ende haben.“

Zudem sei die Sandreinigung sehr kostenintensiv. Ein Rauchverbot sei daher eine logische und überfällige Konsequenz, folgert Lang und sie ist optimistisch: „Bald werden jedenfalls die Kippen aus den Sandkästen verschwinden.“ Die CDU-Politikerin verweist auf positive Erfahrungen in anderen Kommunen: „Nach einer Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg haben Verbotsschilder in anderen Städten deutlich dazu beigetragen, dass auf den Spielplätzen weniger geraucht wird.“

In Offenbach vertraut man auf die Vernunft der Erwachsenen: „Wir gehen davon aus, dass sich Eltern ihrer Vorbildfunktion bewusst sind und daher auf das Rauchen auf Spielplätzen verzichten. Jugendlichen über 14 Jahren ist der Aufenthalt auf Spielplätzen ohnehin nicht gestattet“, begründet Fabian El-Cheikh, Pressesprecher der Stadt, warum das Thema bislang nicht politisch diskutiert wurde.

Offenbach verlässt sich auf die Vernunft der Bürger. In Frankfurt hingegen wollen nun einige Stadtverordneten eindeutige Rechtssicherheit schaffen: Der Konsum von Alkohol sei auf den Frankfurter Spielplätzen bereits untersagt, das Rauchverbot wäre daher eine logische und überfällige Konsequenz, heißt es. Verbotsschilder und regelmäßige Kontrollen der Stadtpolizei sollen für die Einhaltung des Verbots sorgen. Bei Nichteinhaltung soll eine Geldstrafe drohen: In Heidelberg kostet das Rauchen auf dem Spielplatz beispielsweise satte 50 Euro. Das Montieren von Verbotsschildern in Neu-Isenburg hat die Stadt rund 1 000 Euro gekostet.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare