Bei Regen bleiben Kanus leer

Frankfurt - Der verregnete Juli hat vielen Kanutour-Veranstaltern in Hessen das Sommergeschäft verhagelt. Teilweise blieb jeder zweite Kunde an Land - und das gute Wetter im Frühjahr konnte die Verluste nicht immer ausgleichen.

Für das gesamte Jahr sehen die meisten hessischen Kanutour-Veranstalter laut einer dpa-Umfrage aber nicht tiefschwarz.

„Das Wetter kostet uns die Hälfte des Juli-Umsatzes“, klagt der Geschäftsführer von Eder-Fulda-Tour, Horst Vöhl. „Wir haben 60 Boote, aber davon ist nicht mal ein Viertel im Wasser.“ Während der Schulferien fehlen ihm vor allem die Heimaturlauber, die spontan eine Tour machen wollen. Im August setzt er dann wieder auf langfristige Buchungen für Schulklassen und andere Gruppen.

Thomas Krug von Krumos' Aktivreisen und Events in Solms geht davon aus, dass der Juli-Umsatz um 40 Prozent unter dem üblichen Wert liegt. „Ein ungewöhnlich hoher Rückgang, der Juli ist gegessen, der August muss besser werden.“ Existenzangst weckt das bei ihm aber nicht: „Ich bin ja nicht erst seit gestern im Geschäft. Damit muss man bei Outdoor-Aktivitäten eben leben.“ Auch weil ein mieser Juli nicht das Geschäft des ganzen Jahres verderben kann. „Das läuft bislang durchschnittlich.“

Mancher Vermieter kann mit den Einnahmen aus dem schönen Frühling die Löcher im Juli stopfen, so wie Peter Zutt von Kanutours Gießen: „Im Juli fehlen uns ungefähr 30 Prozent“, sagt er. „Aber das gleicht sich mit dem Mai und Juni aus.“ Doch den Effekt spürten nicht alle: „Die Leute steigen erst ins Boot, wenn sie auch ins Wasser springen können“, sagt Horst Vöhl aus Fulda. Bei ihm haben die warmen Monate kein großes Polster geschaffen.

Bei Lahntours in Roth läuft das Geschäft nach eigenen Angaben dagegen ganz reibungslos. „Wir haben keine Probleme“, sagt ein Mitarbeiter - und hat auch einen wetterunabhängigen Grund zur Hand: „Wir haben eine sehr gute Homepage. Da buchen die Leute auch bei schlechtem Wetter.“

dpa

Quelle: op-online.de

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