Florian Silbereisen in der Jahrhunderthalle

Karawane des Frohsinns zieht weiter

Frankfurt - Schaumbaden mit Flori, oder: „Volksmusik macht Spaß - auch wenn´s nicht jeder zugibt!“ In der ausverkauften Jahrhunderthalle präsentiert Deutschlands Schwiegermutter-Traum Florian Silbereisen mal wieder eines seiner allseits beliebten Feste. Von Peter H. Müller

Pardon, es ist natürlich „Das Fest der Feste“, eine Art bunter Skihütten-Kindergeburtstag für die komplette Familie. Mit dabei: illustre Party-Gäste wie DJ Ötzi, Lucy Diakovska, die feschen Voxxclub-Buben und Hits aus Schlager, Pop, Musical oder Musikantenstadl.

Letzten Oktober musste man wohl endgültig jede Hoffnung begraben, diese unerbittlich gut gelaunte Dauer-Fete könnte ihren Zenit überschritten haben. Florian Silbereisen, seit einer Dekade die Galionsfigur der Frohsinns-Karawane, feierte da in der ARD-Sondersendung „20 Jahre Feste“ ein Jubiläum, zu dem die Programm-Zeitschrift beängstigende Zahlen lieferte: Rund 700 Millionen Menschen sollen die zu jeder Jahreszeit herumgeisternde Showreihe inzwischen gesehen haben - ein Zehntel der Weltbevölkerung!

Das könnte Skeptikern einerseits eine Erklärung liefern, warum unser Planet so aussieht, wie er aussieht - anderseits beschreibt es den phänomenalen Erfolg einer rosaroten Heile-Welt-Szene, die längst nicht nur für die Ü-60-Generation zum Fluchtpunkt geworden ist. Auch in der Jahrhunderthalle ist die ganze Familie angereist.

Moderator, Sänger, Musiker

Silbereisen ist dabei der große Zampano: Moderator, Sänger, Musiker, Conférencier und Gaudi-Bursch', der für's muntere Händeschütteln auch gerne mal auf den Balkon kraxelt - während im Saal das Kufstein-Lied geschunkelt wird, bis sich die Bretter biegen. Zu diesem Zeitpunkt ist die erste Hälfte des Super-Festes, das kaum jemanden auf dem Sitz hält, schon fast gelesen.

Und sie hat durcheinandergemixt, was nicht mal auf eine Kuhhaut geht: Stadl-Bohai, Böller und den Zillertaler Hochzeitsmarsch, die TV-bewährten „Startänzer“ mit einem echten Breakdance-Weltmeister, die Krachleder-Boygroup Voxxclub, eine Irish-Folk-/Karawankenbeat-Geigerin namens Joanna Suchon und die umjubelt skandierten Bierzelt-Hymnen („Anton“, „Hey, Baby“) von Gerhard Friedle alias DJ Ötzi. Anders formuliert: Es gibt eigentlich nur eine Handvoll Stücke, die nicht mitskandiert und eifrig beklatscht werden. Ein Kern Wahrheit scheint im Mantra-artig wiederholten „Fest“-Motto also doch zu stecken: Volksmusik macht tatsächlich Spaß - man muss es nur wollen.

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Archivbild: dpa

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