Regionalflughafen dennoch mit viel Optimismus eröffnet

Kassel-Calden: Flug ins Ungewisse

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Der Regionalflughafen Kassel-Calden: Folgt auf die Eröffnung mit Tuba ein Scheitern mit Pauken und Trompeten?

Kassel - Deutschland hat einen neuen Regionalflughafen mehr: Kassel-Calden. Der Airport wurde pünktlich eröffnet - das gelingt ja nicht überall. Unklar ist aber, ob dort jemals genug Flugzeuge starten und landen, um kostendeckend arbeiten zu können.

Eine „Germania“-Sondermaschine aus Frankfurt machte den Anfang. „Wir haben fertig“, scherzte Flughafen-Chef Jörg Ries gestern. Mit dem nordhessischen Flughafen seien die Weichen gestellt für die erfolgreiche Zukunft einer ganzen Region, betonte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Das sehen nicht alle so. Die Gegner bemängeln vor allem eine zu geringe Auslastung und befürchten dauerhafte Landeszuschüsse.

Die großen Flughäfen würden früher oder später an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kommen, dies biete Chancen für den Kasseler Flughafen, sagte Bouffier. „Ich bin überzeugt, der Flugverkehr wird wachsen.“ Nordhessen sei eine Region im Aufwind.

Neben 250 geladenen Gästen kamen auch Hunderte Schaulustige zu der Eröffnung. 271 Millionen Euro kostete der Flughafen, ursprünglich waren einmal 151 Millionen Euro veranschlagt.

„Zukunftsweisende Investition in die Verkehrsinfrastruktur Nordhessens“

Das Geld sei eine „zukunftsweisende Investition in die Verkehrsinfrastruktur Nordhessens“, sagte der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD). „Der Ausbau des Flughafens war erforderlich, damit Nordhessen nicht ins Hintertreffen gerät.“ Von dem Flughafen profitiere der Tourismus und die heimische Wirtschaft. Zudem würden viele neue Arbeitsplätze entstehen. Auch der Präsident der IHK Kassel-Marburg, Martin Viessmann, sagte, es greife zu kurz, den Flughafen allein an betriebswirtschaftlichen Rentabilitätskriterien zu messen.

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Pointen statt Profit

Etwa ein Dutzend regelmäßige Flüge pro Woche stehen derzeit auf dem Sommerflugplan, vor allem zu den klassischen Touristenzielen Mallorca und Antalya. Doch für die Zeit nach dem ersten regulären Flug sieht es bislang wenig erfolgversprechend aus: In der reiseschwachen Nach-Osterzeit wurden Passagiere von einem ursprünglich für Freitag von Kassel aus geplanten Flug ausgerechnet auf einen Flieger im 70 Kilometer entfernten Konkurrenz-Flughafen Paderborn umgebucht.

Die FDP würdigte die Eröffnung des Flughafens als „wichtige Grundlage für die Zukunft Nordhessens“, auch die oppositionelle SPD bezeichnete den umstrittenen Airport als wichtigen Schritt, um die Entwicklung der Region zu fördern.

dpa

Quelle: op-online.de

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