Prozess beginnt am 16. Juli

Mordfall Lübcke: Familienangehörige nehmen als Nebenkläger am Prozessauftakt teil

Lübcke-Prozess
+
Treten im Lübcke-Prozess als Nebenkläger auf: Irmgard Braun-Lübcke (von links), Christoph und Jan-Hendrik Lübcke (hier mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier bei der Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille im Dezember 2019 in Wiesbaden) 

Nach dem Mord an dem Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Kreis Kassel treten Familienangehörige als Nebenkläger in dem Prozess auf. Sie wollen bei dem Auftakt am 16. Juni dabei sein. 

  • Im Juni 2019 wird der CDU-Politiker Walter Lübcke in Kassel auf seiner Terrasse mit einem Kopfschuss getötet.
  • Der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter Stephan E. und Markus H. beginnt am 16. Juli 2020
  • Familienangehörige von Walter Lübcke treten als Nebenkläger auf und werden am Prozessauftakt teilnehmen

Kassel/Istha – Wenn nächste Woche Dienstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Walter Lübcke  beginnt, wird auch die Familie des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten im Frankfurter Oberlandesgericht sitzen. 

Witwe Irmgard Braun-Lübcke sowie die Söhne Christoph und Jan-Hendrick Lübcke werden „geschlossen am Prozess-Auftakt teilnehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Familie wenige Tage vor dem ersten Verhandlungstag.

Mordfall Walter Lübcke: Familienangehörige als Nebenkläger

Braun-Lübcke und ihre beiden Söhne treten im Prozess gegen den Hauptangeklagten Stephan Ernst und dessen mutmaßlichen Unterstützer Markus H. als Nebenkläger auf. 

Ihr Rechtsanwalt, der Frankfurter Jurist Holger Matt, hatte zuvor gegenüber unserer Zeitung gesagt, dass es noch unklar sei, in welchem Umfang die Hinterbliebenen an dem Prozess teilnehmen werden, der Monate dauern kann und unter großem Interesse der Öffentlichkeit stattfindet.

Nun erklärt die Familie, dass sie die Belastungen „vollumfänglich noch gar nicht einzuschätzen“ vermag. Dennoch sei die Entscheidung, als Nebenkläger aufzutreten, richtig: „Wir empfinden es als eine Verpflichtung gegenüber unserem Ehemann und Vater, den Prozess vor dem Oberlandesgericht im Sitzungssaal zu verfolgen.“

Mordfall Walter Lübcke: Familie ruft zum Widerstand gegen Rechtsradikale auf

In dem Text werden die „christlichen, sozialen und demokratischen Werte“ betont, die der am 2. Juni 2019 getötete CDU-Politiker Walter Lübcke aus Kassel vertreten habe: „Hass und Ausgrenzung waren ihm fremd – und in diesem Geist wollen auch wir dafür eintreten, dass Hass und Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft haben sollen.“

Darum ruft die Familie alle dazu auf, nicht zu verstummen und klar Position zu beziehen: „Wir möchten allen, ob jung oder alt, Mut machen, sich für unsere freiheitliche Gesellschaft einzusetzen und sich auch politisch zu engagieren.“

Der Zuspruch, den die Familie auch im Vorfeld des Prozesses erfahren habe, hätte sie bestärkt. Zugleich appellierten Irmgard Braun-Lübcke sowie Christoph und Jan-Hendrik Lübcke an die Medien, ihre Privatsphäre weiterhin zu respektieren. 

Von Matthias Lohr

Mordfall Walter Lübcke: Das ist über den Prozess bekannt

Vor einem Jahr wurde der Regierungspräsident von Kassel, Walter Lübcke, erschossen. Der anstehende Prozess wird aufgrund der Corona-Krise unter besonderen Bedingungen abgehalten.

Hat der hessische Verfassungsschutz dazu beigetragen, dass der mutmaßliche Helfer im Mordfall Walter Lübcke Waffen besitzen durfte? Recherchen des NDR decken eine Panne auf.

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Walter Lübcke tritt der Flüchtling Ahmad E. als Nebenkläger auf. Sein Anwalt hat eine ganz besondere Erwartung an die Verhandlung.

Gut ein Jahr nach dem Mord an Walter Lübcke startet der Prozess in Frankfurt. Eine Übersicht über die Handelnden beim Mammut-Prozess.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion