Taten auf Video festgehalten

Kindesmissbrauch: Schuldig in 141 Fällen

+

Kassel - Rund 20 Jahre lang vergeht sich ein Mann aus Nordhessen immer wieder an kleinen Mädchen. Oft hält er seine Taten auf Video fest. Nun muss er für mindestens zwölf Jahre ins Gefängnis.

Hundertfach hat er kleine Mädchen sexuell missbraucht und dabei auch gefilmt: Ein 55 Jahre alter Mann ist deshalb am Montag zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Damit folgte das Landgericht Kassel dem Antrag der Staatsanwaltschaft. „Das Besondere an dem Fall ist die große Menge, nicht die Schwere der Taten. So etwas hatten wir hier noch nicht zu verhandeln“, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Das Gericht wies dem Angeklagten aus dem nordhessischen Wolfhagen insgesamt 141 Missbrauchsfälle nach. Die fünf betroffenen Mädchen waren zum Tatzeitpunkt zwischen 3 und 13 Jahre alt. Ursprünglich waren noch mehr Fälle angeklagt. Zudem fanden die Ermittler tausende Kinderporno-Dateien auf dem Computer des Mannes. Die Filme seien zum Teil widerwärtigster Natur, sagte der Richter.

Umfassendes Geständnis

Zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Innerhalb von 20 Jahren hatte er sich demnach immer wieder an den Kindern vergangen. Viele Taten hatte er gefilmt oder fotografiert. Die Mädchen waren entfernt mit ihm verwandt oder die Kinder von Bekannten.

Die Sicherungsverwahrung werde angeordnet, weil nicht sicher sei, ob der Mann therapierbar sei, sagte der Richter. Mit der Anordnung der Sicherungsverwahrung gebe es zudem erfahrungsgemäß früher eine Therapiemöglichkeit. Der Verteidiger hatte acht Jahre Haft gefordert. Er kündigte an, eine Revision zu prüfen.

Chronologie von Missbrauchsfällen

Chronologie der Missbrauchsfälle

dpa

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion