Junge und Mädchen starben in Badewanne

Drei Jahre Haft für Vater nach Tod der Kinder

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Im November 2013 erinnerten Kerzen und Spieltiere an die toten Kinder.

Kassel - Weil er den Tod seiner beiden Kinder durch Fahrlässigkeit verschuldet hat, ist ein 48 Jahre alter Mann zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Damit folgte das Amtsgericht Kassel heute der Forderung von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die die Mutter der Kinder vertrat. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung beantragt. Das vierjährige Mädchen und der sechsjährige Junge, die ansonsten bei der Ex-Frau in Hamburg lebten, waren am 10. November 2013 bei ihrem Vater zu Besuch. Der Mann ließ die Kinder für knapp 15 Minuten unbeaufsichtigt in der Badewanne, um sich am Hauptbahnhof über Zugverbindungen nach Hamburg zu informieren. Währenddessen fiel ein Rasierapparat ins Badewasser, beide Kinder starben am Stromschlag.

Nach Ansicht des Gerichts hätte der Mann die Kinder niemals alleine in der Badewanne lassen dürfen. „Sie hätten wissen müssen, dass im Badezimmer ein Rasierapparat angeschlossen ist“, sagte der Vorsitzende Richter. Zudem habe ihn das Jugendamt noch einen Tag zuvor aufgefordert, die Kinder beim Baden nicht aus den Augen zu lassen. Der Anwalt der Mutter hatte in seinem Plädoyer den Verdacht geäußert, dass sich der Vater bei dem Unglück gar nicht außerhalb der Wohnung befunden habe. Dieses bestritt der fünffache Vater entschieden, gab aber im Prozess zu: „Ich weiß, ich habe einen Fehler gemacht.“ Zudem zeigte sich der Angeklagte bei seinen letzten Worten fassungslos über einen nicht ausgelösten Schutzschalter, den sogenannten FI-Schalter. Diese Sicherung sei trotz des Rasierapparats im Badewasser nicht herausgesprungen, so dass weiter Strom floss. „Da hätte auch ich sterben können“, sagte der 48-Jährige.

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dpa

Quelle: op-online.de

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