Höchste Zahl seit 20 Jahren im Kreis Offenbach

Kaum noch Platz für Flüchtlinge

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Dietzenbach - Nicht nur in den Kommunen wächst der Unmut über die Verteilung neuer Flüchtlinge. Auch der Direktor des hessischen Städtetags, Stephan Gieseler, wirft dem Kreis Offenbach vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Von Fabian El Cheikh 

Immer neue Flüchtlinge treffen in den Kommunen ein und schon jetzt gibt es für sie keine Plätze mehr – weder in Hotels und Wohnungen noch in den vorhandenen Gemeinschaftsunterkünften. Inzwischen ist von 850 Menschen die Rede, die im Laufe des Jahres auf die Kommunen verteilt werden müssen. So viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Zwar eröffnet der Kreis Offenbach in wenigen Tagen eine weitere Unterkunft in Seligenstadt, doch das reicht bei Weitem nicht.

Entsprechend wächst die Kritik auch am Kreisbeigeordneten Carsten Müller (SPD). Die FDP im Kreistag sieht ihn überfordert, er bekomme das Problem „nicht in den Griff“. Und auch der geschäftsführende Direktor des hessischen Städtetages, Stephan Gieseler (CDU), äußert deutliche Worte: „Wer braucht einen Landkreis, der seine Aufgaben durch Delegation auf kreisangehörige Kommunen erledigt?“ Der frühere Dietzenbacher Bürgermeister wirft dem Kreis in seiner Funktion als CDU-Vorsitzender vor, dieser ignoriere die sozialstrukturelle und finanzielle Situation der aufnehmenden Kommunen und wolle eigene Immobilien aus wirtschaftlichen Gründen nicht zur Unterbringung nutzen. Müller verweist dagegen auf einen Sozialindex bei der Zuteilung und auf Bauprojekte für Unterkünfte. Wohnungen aber werde man nicht anmieten: „Das ist Aufgabe der Kommunen, denn dort werden die Menschen leben und eine Wohnung benötigen.“

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Quelle: op-online.de

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