Kaum Schlaglöcher: Milder Winter tut Straßen gut

+
Der relativ milde Winter hat bis jetzt nur wenige Straßenschäden in Hessen verursacht.

Frankfurt - Der zweite milde Winter in Serie neigt sich dem Ende zu. Dass der Frost auch diesmal den Straßen wenig zu schaffen gemacht hat, stimmt Autofahrer und Straßenmeistereien gleichsam positiv. Doch niemand sollte sich zu früh freuen. Von Timo Lindemann (dpa) und Corinna Hiss 

Wenig Frost bedeutet auch weniger Schlaglöcher: Der zweite milde Winter in Folge hat in hessischen Kommunen erneut den Asphalt geschont. Die Kosten für die Straßensanierung sind jedoch nicht geringer geworden, wie eine Umfrage ergab. Zumal die Frühlingssonne, die die Temperaturen um die Mittagsstunden bereits ins Zweistellige schießen lässt, trügerisch ist. „Gerade der März hat es in sich, was die Schlaglöcher betrifft“, warnt Cornelius Blanke, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen, auf Anfrage unserer Zeitung. Es könnten also noch einige hinzukommen

Grund dafür sei der Wechsel zwischen Frost in den Nächten und wärmeren Temperaturen am Tag. „Nachts und in den Morgenstunden gefriert das Wasser noch auf den Straßen und dehnt sich dadurch aus. Wenn es dann wieder taut, zieht es sich erneut zusammen. Dieses Wechselspiel ist Gift für den Asphalt“, erläutert der Straßenexperte. Obwohl es also dank des relativ milden Winters bis jetzt weniger Schlaglöcher zu verzeichnen gibt als in den vergangenen Jahren, könnten doch noch neue dazukommen.

In der Regel werden die Schäden provisorisch mit Kaltasphalt repariert – eine Lösung, die Blanke für nicht sinnvoll hält: „Flicken birgt die Gefahr, dass es im nächsten Winter wieder aufbricht“, warnt er. Vielmehr sollte an manchen Stellen der Straßenbelag komplett erneuert werden, doch das koste mehr Geld.

So entsteht ein Schlagloch

So entsteht ein Schlagloch

Mehr als 400 Millionen Euro stellt der Bund 2015 für den Erhalt von Autobahnen und Bundesstraßen in Hessen bereit. Dazu steuert das Land Hessen weitere 60 Millionen Euro für die Sanierungen bei. Wie viel davon in die Reparaturen von Winterschäden gesteckt wird, kann die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil nicht sagen, da sich die Ausgaben nicht separat beziffern lassen.

„Wenn klar ist, dass es keinen Frost mehr gibt, können die Schlaglöcher geflickt werden“, sagt Blanke. Die IG BAU Rhein-Main fordert indes auch, Straßenschäden noch vor dem kommenden Winter zu beseitigen. „Sonst werden sie noch größer und tiefer“, meint Bezirks-Chef Günther Schmidt. Die Gewerkschaft ruft außerdem gemeinsam mit dem Auto Club Europa (ACE) alle Autofahrer dazu auf, Löcher und Straßenschäden im Internet unter der Adresse www.ace-online.de/schlaglochmelder zu melden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare