Mit blutenden Händen zum Weltrekord

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In einem Netz aus Licht miteinander verwoben scheinen die beiden Jongleure Philip Prochnow (r) und Thorsten Barucha (l) während einer Trainingseinheit in Frankfurt zu sein.

Idstein/Wehrheim - Sie haben jongliert, bis sie nicht mehr konnten. Vier Stunden täglich warfen Philip Prochnow aus Wehrheim und Thorsten Barucha aus Idstein Kegel in die Luft und fingen sie wieder auf.

Unsere Hände waren irgendwann blutig“, erinnert sich der 40-jährige Prochnow an die Zeit vor einigen Jahren, als er und sein langjähriger Freund Barucha noch intensiv trainieren mussten. Gemeinsam treten die beiden als das Jonglier-Duo CatchUp auf. Sie wurden bei den Jonglier-Weltmeisterschaften zwei Mal Dritte, außerdem halten sie zwei Weltrekorde im Dauerjonglieren. So haben sie zum Beispiel mit neun Keulen fast zehn Minuten lang jongliert. Hauptsächlich tritt CatchUp jedoch auf Galas auf, insgesamt steht das Duo etwa 60 Mal im Jahr auf der Bühne. Sieben Showeinlagen haben sie im Programm.

Jongleure als Briefträger verkleidet

Eine davon heißt „Express“ - hier bekommt das Wort „Postwurfsendung“ eine ganz neue Bedeutung. Denn die beiden als Briefträger verkleideten Jongleure schleudern Pakete durch die Luft. Bei einigen Auftritten jonglieren sie mit hochmodernen Lichtkegeln. Die Bühne ist dabei fast völlig dunkel. Prochnow und der 41-jährige Barucha tragen weiße Kleidung, die mit einem Computer programmierten Lichtkegel wechseln passend zur Musik ihre Farben. In diese Ausrüstung haben die beiden etwa zehntausend Euro investiert. So viel kosten die mit LED-Technik versehenen Keulen inklusive Laptop. Beide jonglieren seit ihrer Kindheit. Kennengelernt haben sie sich vor 20 Jahren bei einem Jongliertreffen in Frankfurt. Schnell war klar, dass sie zusammen auftreten wollen.

Auftritt beim Offenbacher Weihnachtsmarkt

Um noch professioneller zu werden, gingen sie nach England in eine Zirkusschule. „Jonglieren konnten wir da schon gut. Aber wir haben in der Schule viel über die dazugehörige Performance gelernt“, sagt Prochnow. Es folgten weltweit Auftritte, unter anderem bei den Jonglierweltmeisterschaften 2004 in Las Vegas. Von ihrer Jonglierkunst können die beiden Familienväter und ehemaligen Sportstudenten mittlerweile gut leben. Während ihrer Karriere haben sie einiges gelernt. „Zum Beispiel, dass man ab bestimmten Temperaturen einfach nicht mehr jonglieren sollte“, sagt Prochnow in Erinnerung an einen Auftritt beim Weihnachtsmarkt in Offenbach mit eisigen Händen.

dpa

Quelle: op-online.de

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