Post will aber auch in der Region die Sonntagsleerungen reduzieren

„Kein Abbau von Briefkästen“

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Symbolbild

Offenbach - Die Post leert weniger Briefkästen an Sonntagen. Die Erfahrungen von Lesern unserer Zeitung bestätigt Post-Sprecher Stefan Heß. Einen Abbau von Briefkästen werde es aber nicht geben, versicherte Heß im Interview. Und auch montags wird weiterhin Post zugestellt. Von Achim Lederle und Peter Schulte-Holtey 

Bereits Anfang des Jahres lief die Meldung über den Nachrichtenticker: Die Deutsche Post streicht die Sonntagsleerung radikal zusammen. Es kämen einfach keine großen Mengen mehr zusammen und es gebe viele nutzlose Fahrten, sagte ein Sprecher des Konzerns im Januar. Von den bundesweit 110.000 Briefkästen werden derzeit zehn Prozent oder 11.000 am Sonntag von Postmitarbeitern geleert; künftig sollen es nur noch 2000 Briefkästen sein, die angefahren werden, hieß es damals. Der Frankfurter Sprecher der Deutsche Post DHL Group, Stefan Heß, nennt nun Details zu den Plänen.

Warum soll die Zahl der Sonntagsleerungen verringert werden; lohnt sich das nicht mehr für die Post?

Der kontinuierliche Rückgang von Briefsendungen in den letzten Jahren führt dazu, dass sich in den meisten der Briefkästen mit Sonn- und Feiertagsleerung nur wenige Briefsendungen befinden. Von einer bedarfsgerechten Leerung kann in den meisten Fällen daher nicht mehr die Rede sein. Deshalb werden wir nur noch diejenigen Briefkästen, bei denen ausreichende Kundenfrequenz an Sonn- und Feiertagen da ist, dann auch leeren. Wir denken nicht an einen Abbau von Briefkästen, sondern lediglich an die Herausnahme von Briefkästen aus der Sonn- und Feiertagsleerung. Zu erkennen sind sie weiterhin an einem roten Punkt.

An welchen Orten werden Briefkästen in Zukunft sonntags geleert - wie viele Briefkästen sind es dann noch in Hessen und Rhein-Main?

Konkrete Zahlen für Hessen oder Rhein-Main kann ich nicht nennen. Allerdings soll es an folgenden Standorten künftig mindestens einen Briefkasten mit Sonn- und Feiertagsleerung geben: In Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern, in Kreisstädten, kreisfreien Städten, an ICE-Haltepunkten sowie in Orten mit Briefzentren der Post, zum Beispiel in Offenbach in der Sprendlinger Landstraße. Kunden, die ihre Briefe am Wochenende mit dem Ziel der Zustellung am Montag aufgeben möchten, finden - wie bisher auch - im Internet unter der Adresse www.postfinder.de den nächstgelegenen Briefkasten mit Sonn- und Feiertagsleerung.

Der Post wurde auch vorgeworfen, die Montagszustellung zu reduzieren oder ganz abschaffen zu wollen. Wie steht die Post dazu?

Seit Jahrzehnten liefern wir an sechs Tagen in der Woche Briefe und Pakete aus - auch montags. Dies verlangen die gesetzlichen Vorgaben und daran halten wir uns. Generell ist allerdings das Sendungsvolumen an Montagen deutlich geringer, da in erster Linie Privatpost und Zeitungen zugestellt werden; die Geschäftspost, die freitags eingeliefert wurde, ist in der Regel bereits samstags beim Empfänger. Am Wochenende ist das Geschäftspostvolumen deutlich geringer. Die überwiegend am Samstag eingelieferten Sendungen werden über unser Wochenendnetz bearbeitet.

Hier reagieren wir personell und betrieblich je nach tatsächlich vorliegender Sendungsmenge. Das kann, dort wo es an diesem Tag Sinn macht, durchaus dazu führen, dass wir zum Beispiel Zustellbezirke zusammenlegen. Das ändert aber nichts daran, dass wir montags ganz regulär zustellen, auch wenn der Zuschnitt der Bezirke von den sonstigen Wochentagen abweichen kann. Und noch eines ist wichtig: Früher wurden nur 80 Prozent der Briefe, die heute abgesendet werden, am nächsten Tag zugestellt. Heute sind - vor allem wegen der technisierten Briefsortierung - etwa 90 Prozent aller Inlandsbriefe bereits nach einem Tag beim Empfänger.

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Quelle: op-online.de

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