„Kein Basar-Duft, bitte“

Frankfurt -   Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) hat einen Traum - und der sieht ungefähr so aus: Moderne Taxiflotten, gelenkt von freundlichen Fahrern, durchfluten die Stadt.

Man trägt weißes oder blaues Hemd, begrüßt den Gast in gutem Deutsch, schützt ihn bei Regen mit einen Schirm und verfrachtet ihn stets auf dem direktesten Weg ans Ziel. „Auch der Geruch der Kleidung“ der Fahrer dürfte, so Stein, „nicht an den Basar in Kairo erinnern“. Schließlich sei das Taxi für Touristen und Geschäftsleute der erste Eindruck von Frankfurt.

Die Mainmetropole will ihr Taxi-Image aufbessern. Haupt anstoß ist, dass der ADAC-Taxitest im November 2008 den lokalen Droschken nur den letzten von zehn Plätzen bescherte, während gleichzeitig die Tarife in die Höhe gingen.

„Qualitätsoffensive Taxi“ nennt sich die Initiative, die Stein mit Vertretern des Taxengewerbes und dem Geschäftsführer der IHK, Hans-Peter Debling, jetzt vorstellte.

Die Ortskunde-Prüfungen, für die die IHK zuständig ist, seien überarbeitet und etwas schwerer geworden: „Es gibt weniger Multiple-Choice, dafür einen größeren offenen Aufgabenteil“, erklärt Debling. So würden nun nicht allein Orientierungsfähigkeit und Ortskenntnis, sondern auch die Sprache mehr geprüft. 600 Prüflinge gebe es jährlich. Die Durchfallquote bei der durchaus anspruchsvollen Prüfung betrage 50 Prozent.

Zu der Forderung von Stein nach einer Akzeptanz von Kreditkarten in allen Taxen ohne Berechnung eines Zuschlags, erklärte Michaela Allebrand von der Taxi-Vereinigung Frankfurt: „Am Frankfurter Flughafen müssen alle Taxifahrer schon seit Anfang. 2008 Kreditkarten akzeptieren. In der Innenstadt gibt es keine Pflicht, Kreditkarten anzunehmen. Einen Zuschlag darf man aber auch hier nicht berechnen.“

Seit knapp einem Jahr gibt es eine Hotline (: 2124-2548), unter der sich Taxigäste beim Ordnungsamt über schlechten Service beschweren können. Die Aufkleber mit den Kontaktdaten für die Kunden wurden Anfang des Jahres an Frankfurter Taxiunternehmen verteilt. „Die Aufkleber anzubringen ist aber keine Pflicht, sondern funktioniert nur auf freiwilliger Basis“, betonte Albert Schmidt, Vorstandsmitglied von Taxi eG. Auf den Quittungsblöcken seines Taxirufs 23001 steht die Hotline-Nummer. Insgesamt zählt die Taxivereinigung Frankfurt 1100 Taxi-Unternehmen mit 4008 Fahrern. Als Stein von einer „Selbstverpflichtung der Taxiunternehmen“ sprach, verneinte dies Schmidt vehement. Unterstützung der Forderung des Stadtrats in Form von Appellen an die Taxifahrer ja, aber von „Selbstverpflichtung“ sei ihm nichts bekannt. Überhaupt kristallisierte sich bei der Modellvorstellung „Qualitätsoffensive Taxi“ schnell heraus, dass es keine verbindlichen Regelungen geben wird.

„Viele Taxifahrer müssen sensibilisiert werden auf Service: Wie begrüße ich einen Taxigast höflich und so weiter“, gab Ralf Brück von der Taxizentrale Main-Taxi zu bedenken. Er rät seinen Fahrern, weiße Hemden zu tragen, aber auch hier gibt es keine Verpflichtung und auch keine Sanktionierung. „Die IHK sollte ihre Prüfung um Serviceaufgaben erweitern. Viele Fahrer fühlen sich gesellschaftlich nicht akzeptiert, und da ist die Motivation, sich zu verbessern gering. Das muss sich ändern.“

Die Mehrheit der Taxifahrer sei nett und könne gut Autofahren, gestand Stein am Ende zu. Es ginge darum die schwarzen Schafe ausfindig zu machen, die dem Gesamt-Image schadeten. Eine Reduzierung der Taxi-Lizenzen will die Stadt nicht vornehmen. Auch wenn ein Gutachten 1460 Taxen für sinnvoller erachtet, als die aktuell lizenzierten 1712.

Quelle: op-online.de

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