Landesamt für Umwelt

Keine auffälligen Werte

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Die vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) betriebenen Messstationen wie hier in Frankfurt-Höchst messen die Belastung der Luft mit Schadstoffen.

Kelsterbach - Die Luft ist rein im Ballungsraum Frankfurt - oder sie ist zumindest nicht schlechter als in vielen anderen Gebieten Hessens. Von Christian Riethmüller

Diesen Schluss zieht das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) aus einer Messreihe, die es es im Auftrag des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH) in Kelsterbach sowie des Umweltministeriums in Wiesbaden im Bereich des Frankfurter Flughafens vorgenommen hat. Die drei genannten Institutionen betreiben seit Mai dieses Jahres gemeinsam eine Messstelle auf dem Lerchesberg im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Die Station soll die Luftqualität unter der Einflugschneise der Nordwest-Landebahn am Flughafen dokumentieren. Besorgte Anwohner hatten befürchtet, dass sich die Konzentration von Schadstoffen in der Luft seit Inbetriebnahme der Bahn im Herbst vergangenen Jahres erhöht hat.

Bei der Vorstellung der „Halbzeitergebnisse“ der auf einen Zeitraum von einem Jahr angelegten Messungen bestätigte Prof. Stefan Jacobi am Mittwoch in Kelsterbach zwar, dass es „durch den Flugverkehr zweifellos Emissionen gibt“. Die würden allerdings weiträumig verteilt, weil sie etwa über dem Lerchesberg in einer Höhe zwischen 500 und 600 Metern aus den Triebwerken austreten. Für den Grad der Luftverschmutzung am Boden seien daher andere Quellen - etwa Verkehr und Industrie - entscheidend.

Keine auffälligen Werte

Wie Jacobi sagte, sind auf dem Lerchesberg, wo die Messstation unweit des Stadtwalds und einer Kleingartenanlage steht, bisher keine auffällig erhöhten oder ungewöhnlichen Immissionsbelastungen festgestellt worden. Bei den Messungen, die fortwährend die Schadstoffe Feinstaub, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Gesamtkohlenwasserstoffe sowie Ozon erfassen, seien im Vergleich zu Messstationen im näheren Umfeld (unter anderem in Raunheim, Frankfurt-Höchst, Friedberger Landstraße in Frankfurt sowie Hanau) die Werte auf dem Lerchesberg sogar eher niedriger „oder höchstens in ähnlicher Größenordnung“. Die Überschreitung von Grenzwerten hält der HLUG-Experte deshalb für „sehr unwahrscheinlich“. Eine abschließende und gültige Bewertung der Messdaten sei aber erst nach Ablauf des Messzeitraums über ein volles Jahr möglich.

Wie Jacobi weiter berichtete, zeigte ein Naturereignis vor anderthalb Jahren, dass auch ohne Flugbetrieb kein deutlicher Rückgang der Schadstoffbelastung zu verzeichnen ist. Als der isländische Vulkan Eyjafjallajökul am 20. März 2010 auszubrechen begann und wegen der nach Süden ziehenden Aschewolke auch der Frankfurter Flughafen vom 16. bis 21. April geschlossen werden musste, habe es keine auffälligen Werte bei den Messdaten gegeben.

Quelle: op-online.de

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