Kommentar: Keine gute Prognose

Mehr Flieger auf den Hahn und im Rhein-Main-Gebiet kehrt Ruhe ein. Sieht so der Königsweg im Widerstreit von Lärmschutz und Fraport-Geschäft aus? Wohl kaum. Seit 2008 sinken die Fluggastzahlen, seit 2012 folgt die Fracht diesem Trend.

Es ist bezeichnend, wenn sich in Rheinland-Pfalz Opposition und Regierung unisono stark machen für die Wiederbelebung der Achse Fraport-Hahn. Auf dem schönen Hunsrück muss wirklich die Hütte brennen.

Seit dem Ausstieg von Fraport 2009 ist es nicht gelungen, den Hahn zu stabilisieren. Der Flughafen wird nicht angenommen. Dies rührt daher, dass Billig-Airlines anders als früher nicht ausschließlich dort starten und die Luft auch für Ryanair dünn geworden ist.
Fluglinien richten sich nach der Nachfrage der Fluggäste. Bleiben die aus, müssen sie reagieren. Günstige Flughafenentgelte helfen da nicht immer, es kommt auch auf die Erreichbarkeit an. Bei der Fracht schlagen wegen der großen Entfernung Benzinkosten und Fahrerpersonal ins kalkulatorische Kontor.

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Auch deshalb hat der mit 100 Millionen Euro verschuldete Flughafen Airlines verloren und sucht händeringend einen Investor. Zu alledem kommt, dass die EU den Regionalflughäfen wahrscheinlich engere Subventionierungsvorschriften machen wird. Der Hahn war mal eine gute Idee, seine Zukunft aber ist dunkel.

michael.eschenauer@op-online.de

Quelle: op-online.de

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