Keine Zivis: Verbände in größter Not

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Die kurzfristig geplante Reduzierung des Zivildienstes von neun auf sechs Monate bereits zum 1. August setzt die Sozialverbände in der Region enorm unter Druck.

Offenbach ‐ Die kurzfristig geplante Reduzierung des Zivildienstes von neun auf sechs Monate bereits zum 1. August setzt die Sozialverbände in der Region enorm unter Druck. Von Peter Schulte-Holtey

Bei der Arbeiterwohlfahrt ist von „gravierenden Folgen“ die Rede. „Die ambulanten Dienste werden Zivildienstleistende nur noch im Fahrdienst einsetzen können“, berichtet Rudi Schell, Sprecher des AWO-Kreisverbands Offenbach. In Zukunft werde man u. a. verstärkt auf 400-Euro-Kräfte zurückgreifen. „Dies bedeutet einen erhöhten wirtschaftlichen Aufwand, insgesamt ist diese Entwicklung für uns und für andere Sozialeinrichtungen eine fast nicht zu stemmende Bürde“, sagte er.

Auch beim CaritasVerband in Offenbach wird mit spürbaren Auswirkungen gerechnet. Beim Diakonischen Werk soll jetzt der Bereich „Freiwilliges soziales Jahr“ ausgebaut werden. Ingrid Schmalhorst-Behrendt, Leiterin der ambulanten Dienste bei der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach, bezweifelt gar grundsätzlich, ob man in Zukunft noch auf Zivis setze: „Wird der Zivildienst auf sechs Monate verkürzt, ist aus unserer Sicht der Einsatz im Bereich der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen nicht mehr sinnvoll zu organisieren“, sagte sie unserer Zeitung. „Da hilft auch keine freiwillige Verlängerung, da diese für die Einsatzstellen nicht zu kalkulieren ist.“

Quelle: op-online.de

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