Ein Zentrum des Dialogs

+
Das frühere Literaturhaus wird Sitz der KfW Stiftung.

Frankfurt - Ausgestattet mit einem Kapitalstock von zunächst 20 Millionen Euro hat die im Oktober 2012 gegründete KfW Stiftung in Frankfurt ihre Tätigkeit aufgenommen. Von Christian Riethmüller

Die Stiftung der KfW Bankengruppe, der größten nationalen Förderbank der Welt, will bei ihrer Arbeit den Schwerpunkt auf die Themenbereiche „Kunst und Kultur“, „Klima und Umwelt“, „Soziale Verantwortung“ und „Verantwortliches Unternehmertum“ legen, wie der Stiftungsvorstand gestern in Frankfurt erklärte.

Unter anderem wird die KfW Stiftung künftig alle zwei Jahre einen mit 50.000 Euro dotierten „KfW-Bernhard-Grzimek-Preis für Biodiversität“ an Personen und Institutionen verleihen, die sich um den Schutz der Natur und die Bewahrung der Artenvielfalt verdient gemacht haben. Erstmals wird dieser Preis am 10. April im frisch renovierten Gesellschaftshaus im Palmengarten vergeben.

Ab Mitte 2016 im Literaturhaus

Ein mit dem Gesellschaftshaus durchaus vergleichbarem Ambiente wird die KfW Stiftung wohl ab Mitte 2016 bietten können. Ihr Sitz ist nämlich die Villa 102 an der Bockenheimer Landstraße, die vielen Menschen als ehemaliges Literaturhaus in Erinnerung ist. Von Januar 1991 bis Oktober 2005, als das Literaturhaus in die wiederaufgebaute Alte Stadtbibliothek am Mainufer umzog, war die einst vom Offenbacher Architekten Alfred Engelhard errichtete Villa ein Fixpunkt im literarischen und intellektuellen Leben Frankfurts, nicht zuletzt auch wegen des von Franz Zlunka betriebenen Restaurants.

Nachdem die Villa einige Jahre leer stand, soll sie nun wieder zu einem „Zentrum für den gesellschaftlichen und interkulturellen Dialog“ werden, wünschen sich Stiftung und KfW Bankengruppe. Die hat das Gebäude im April vergangenen Jahres für einen Betrag zwischen fünf und sechs Millionen Euro gekauft und will es nun denkmalschutzgerecht sanieren lassen.

Wie KfW-Vorstandsvorsitzender Ulrich Schröder gestern sagte, wird die Bank für die Sanierung einen hohen einstelligen Millionenbetrag aufwenden müssen. Nach Abschluss der verschiedenen Baumaßnahmen Mitte 2016 wird die Villa 102 als Sitz der Stiftung aber auch als Schulungszentrum der Bank dienen und darüberhinaus für öffentliche kulturelle Veranstaltungen genutzt. Die Gartenanlage zwischen Villa und Nachbargrundstück, auf dem ein Bürogebäude neu errichtet werden soll, wird dann der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Rückbesinnung auf Gründungsort

Mit der Einrichtung der Stiftung in Frankfurt und der Sanierung des ehemaligen Literaturhauses wolle die KfW die Rückbesinnung auf ihren Gründungsort und Stammsitz unterstreichen, sagte Schröder. Allerdings wolle sich die Bankengruppe auf diese Projekte konzentrieren und käme daher nicht als möglicher Geldgeber bei geplanten Museumsprojekten in der Stadt in Frage, erteilte Schröder etwaigen Begehrlichkeiten eine Absage. Ob diese Haltung Auswirkungen auf ein eigentlich bereits in Aussicht gestelltes Engagement der KfW bei der Erweiterung des Senckenberg Naturmuseums haben wird, ließ Schröder offen. Er verwies auf die Partnerschaften der Stiftung mit Senckenberg, Palmengarten und Zoo.

Ihr Engagement für die Kunst stellt die Stiftung bereits jetzt unter Beweis. In der Villa 102 sind bis zum 28. April in einer Ausstellung mit dem Titel „Home Stories“ Arbeiten internationaler Künstler zu sehen. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr.

Quelle: op-online.de

Kommentare