Experten auf Tätersuche

Zulassungsstelle nach Hackerangriff dicht

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Wiesbaden/Frankfurt - Einen Tag nach dem Hackerangriff auf Kfz-Zulassungsbehörden in Hessen und Rheinland-Pfalz konnten Bürger in Frankfurt auch heute ihre Fahrzeuge nicht zulassen.

Wer hinter der Hacker-Attacke auf Kfz-Zulassungsbehörden in Hessen und Rheinland-Pfalz steckt, blieb auch einen Tag nach dem Vorfall im Dunkeln. Experten des hessischen Landeskriminalamts (LKA) seien damit beschäftigt, Daten auszuwerten, sagte LKA-Sprecher Max Weiß heute in Wiesbaden. Ermittler hatten nach dem Hackerangriff am Montag beim kommunalen IT-Unternehmen Ekom 21 in Gießen mehrere Gigabyte Serverdaten auf USB-Sticks und Festplatten sichergestellt, um den Vorfall aufzuklären. Ekom 21 ist für den Betrieb und die Sicherheit der Software auf den Zulassungsstellen zuständig. "Das war der erste ernstzunehmende Angriff seit 1970", sagte Ekom 21-Sprecher Stefan Thomas.

Versucht wird es tausendfach: Monatlich gebe es etwa 20.000 unberechtigte Zugriffsversuche auf das Netz des IT-Dienstleisters. Ob die Hacker Daten gestohlen haben, war auch am Dienstag unklar. Behörden in beiden Bundesländern mussten nach dem Hackerangriff nahezu flächendeckend schließen, weil Zulassungen ohne das betroffene Computersystem nicht möglich waren. Am Dienstag hätten alle wieder geöffnet, sagte Ekom 21-Sprecher Thomas. Nur die Zulassungsstelle in Frankfurt blieb am Dienstag noch geschlossen. Grund war nach Angaben von Thomas aber nicht der Hackerangriff, sondern ein anderes Problem mit der Software. Die Hacker waren über das über das öffentlich zugängliche Internetmodul "Kfz-Wunschkennzeichen" in das Behördennetz eingedrungen, über das sich Bürger online Kennzeichen reservieren lassen konnten. Sicherheitsexperte Udo Schneider vom japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro ging davon aus, dass die Hacker das angegriffene Modul als "Brücke" nutzten, um tiefer in das Behördennetz einzudringen. Auch beim Kreis Offenbach läuft der Betrieb noch nicht rund. Laut eines Facebook-Eintrags seien heute keine Wartemarken für Kfz-Zulassungen mehr erhältlich. Dies seien noch Nachwirkungen von gestern.

Die Tricks der Daten-Hacker

dpa

Quelle: op-online.de

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