„Kinder im Garten“ soll Naturinteresse wecken

In Asien, wo der Bambus ursprünglich herkommt, setzen die Menschen ihn auf vielfältige Weise ein. Die jungen Schösslinge werden beispielsweise als Gemüse zubereitet.

Frankfurt - Aus den Röhren werden Fahrradrahmen, Musikinstrumente oder Blasrohre konstruiert, aus den langen fasrigen Zellulosesträngen wird ein feines Garn gesponnen, aus seinem leichten, aber sehr zähen und harten Holz lassen sich Hütten und sogar Häuser bauen. Schlussendlich ist der Bambus das wichtigste Nahrungsmittel des kuscheligen Panda bären.

Weil er so umfassend zu nutzen ist und sich mit ihm die Neugier der Drei- bis Sechsjährigen wecken lässt, haben sich die Biologin Ulrike Brunken und die Sozialpädagogin Cornelia Klar den Bambus als das erste Thema für die neue Modell-Bildungsstätte im Palmengarten ausgesucht. Sie wird derzeit im Haus Leonhardsbrunn samt Aktionsraum und Kinderküche eingerichtet. Das Haus stand seit dem Auszug einer Berufsschule im Jahre 2005 leer. Zusammen mit Projektleiterin Doris Sporket-Ries sitzen Brunken und Klar im Moment am Konzept für das Pilotprojekt „Kinder im Garten“, das im Juni an den Start gehen wird. „Es ist nach unserer Erkenntnis das einzige Projekt dieser Art bundesweit und stellt einen lebendigen Prozess dar, bei dem wir noch nicht wissen, wohin sich das Ganze entwickeln wird. Aber wir wissen: Es wird ein Erfolg“, sagte Bildungsdezernentin Bürgermeisterin Jutta Ebeling (Grüne) bei der Vorstellung des Projekts. Angestoßen hatte sie es noch als Umweltdezernentin. Jetzt freut sie sich, dass ihre Nachfolgerin und Parteifreundin Manuela Rottmann es umgesetzt hat.

Kindliche Neugier zu wecken, sei nicht schwer. „Kinder erschließen sich fragend die Welt. Das ist ein kreativer und aktiver Lernprozess, den sich das frühkindliche Bildungsprojekt zunutze macht“, so Ebeling. Forschen und sich einem Thema von mehreren Seiten zu nähern, etwa im Garten, in der Natur, mit dem Mikroskop, beim Basteln und Malen oder in der Küche, sei der Ansatz. „Kinder im Garten“ ist zunächst auf drei Jahre angelegt und eine Kooperation von Stadt und dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten. Die Kosten von gut 1,1 Millionen Euro übernehmen zur Hälfte die Stadt sowie drei Stiftungen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) beteiligt sich mit 315 000 Euro, die Stiftung Flughafen mit 200 000 Euro und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft mit 150 000 Euro.

Das Angebot richtet sich zunächst an die städtischen Kindertagesstätten, später folgen die Einrichtungen in freier oder kirchlicher Trägerschaft. Das ehrgeizige Ziel: 5000 Kinder sollen die neue Bildungsstätte künftig jährlich nutzen. Auch sind öffentliche Aktionstage geplant. Zudem begleitet eine Biologie-Didaktin das Modell-Vorhaben, um es auszuwerten.

Ab Juni werden sich die ersten Drei- bis Sechsjährigen in dreitägigen Exkursionen dem Thema Bambus nähern, es entdecken, damit spielerisch experimentieren und forschen. Dafür wird auf der Rückseite des Hauses noch der Garten samt Forscherzeile angelegt.

Das Team von „Kinder im Garten“ setzt sich neben Biologin Brunken und der Sozialpädagogin Klar noch aus einem Gärtner und einer weiteren pädagogischen Kraft zusammen.

Umweltdezernentin Rottmann hofft, dass durch das Projekt mehr Kinder für den Palmengarten begeistert werden und dann ihre Eltern zum Besuch animieren. „Der Palmengarten könnte für sie zu einem Basislager für Expeditionen in alle Erdteile werden“, glaubt Rottmann.

Wird das Projekt ein Erfolg, ist Ebeling optimistisch, dass der Magistrat es nach Ende der Pilotphase weiter finanziert. Möglicherweise kommen dann auch Kinder außerhalb von Frankfurt in den Genuss der Bildungsstätte.

Quelle: op-online.de

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