Wie Kinder ins Netz gehen

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Kinder und Jugendliche ohne Computer und Internet aufwachsen zu lassen, ist illusorisch und raubt ihnen zahlreiche Chancen.

Offenbach ‐ Kinder und Jugendliche ohne Computer und Internet aufwachsen zu lassen, ist illusorisch und raubt ihnen zahlreiche Chancen. Von Ralf Enders

„Fernsehen macht die Dummen dümmer und die Schlauen schlauer“ - der Satz von Günther Jauch gilt auch fürs weltweite Netz. Doch damit der Nachwuchs im digitalen Nirwana nicht ausspioniert wird, sich hoffnungslos verliert oder langsam verblödet, sondern Honig aus dem www saugen kann, braucht es Rat und Hilfe zum selbstständigen Surfen. Kinder und Jugendliche schätzen vor allem die Risiken durch Daten-Preisgabe falsch ein. Hier müssen sie an die Hand genommen werden - auch wenn es ihnen freilich nicht gefällt.

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Wie Kinder ins Netz gehen

Tipps gibt zum Beispiel „Schau hin! Was Deine Kinder machen.“ - eine Initiative von Bundesfamilienministerium, Vodafone, ARD, ZDF und TV Spielfilm. Die Initiative informiert über TV, Internet, Mobilfunk und Computerspiele. Für die meisten Kinder ist SchülerVZ das erste soziale Netzwerk, bei dem sie sich anmelden. Schau hin! gibt folgende Ratschläge:

  • Bestimmte Daten gehören generell nicht ins Netz: der vollständige Name, Adressen oder Telefonnummern.
  • Für eine Registrierung bei SchülerVZ ist eine Einladung eines anderen Mitgliedes notwendig. Wenn Ihr Kind eine solche Einladung erhält und ein Profil anlegen möchte, sollten Sie ihm bei den ersten Schritten helfen. Entscheiden Sie gemeinsam, welche Informationen das Profil enthält und suchen Sie ein Foto aus. Darauf sollte das Kind nicht klar zu erkennen sein - etwa von weitem, von der Seite, mit Mütze oder Sonnenbrille.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass es nur Freundschaftsanfragen von bekannten Personen annimmt.
  • Vermitteln Sie den respektvollen Umgang mit anderen im Internet. Niemand möchte beleidigt und gemobbt werden oder ohne Zustimmung ein Foto von sich im Netz finden.
  • Unverzichtbar sind Sicherheitseinstellungen. Wählen Sie im Menü am rechten Rand den Punkt „Meine Privatsphäre“ und wählen Sie dort die Voreinstellung „Persönliche Einstellungen“ aus.

Empfohlene Einstellungen:

  • Wer darf meine Seite sehen? / Nur Freunde
  • Wer darf meine Kontaktdaten sehen? / Nur Freunde
  • Wer darf meine Pinnwand sehen? / Nur Freunde
  • Wer darf mich auf Fotos verlinken? / Niemand
  • Wie kann ich gefunden werden? / Nein, es ist mir lieber, wenn ich nicht über die Suche nach meinem Namen gefunden werden kann.
  • Wie wird mein Name angezeigt? / Leute, die nicht meine Freunde sind, sollen nur meinen Vornamen und den Anfangsbuchstaben meines Nachnamens sehen.
  • Wie soll mein Geburtstag angezeigt werden? / Nur Geburtstag (ohne Jahr)
  • Wer darf mir Nachrichten schicken? / Nur Freunde
  • Empfehlungen bekommen / Ja, Freunde dürfen mir Empfehlungen schicken.
  • Besuchte Seiten von anderen Leuten / Nein, ich möchte nicht gesehen werden.
  • „Kennst du schon …?“ Einstellungen / Ja, aber ich möchte nur für Freunde meiner Freunde im „Kennst Du schon …?“ erscheinen
  • Wer kann sehen, dass ich online bin? / Nur Freunde
Weitere Informationen auf der Internetseite von „Schau hin!“.

Schau hin! hat ein Profil bei meinVZ (http://www.meinvz.net/schauhin). Dort können Eltern und Erziehende sich über Medienerziehung informieren und sich mit anderen austauschen. Mehr Informationen gibt es im Ratgeber „Wissenswertes zum Umgang mit persönlichen Daten im Internet“, der kostenlos heruntergeladen werden kann.

Quelle: op-online.de

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