Großes Stadt-Land-Gefälle

Kita-Betreuung: Kreis Offenbach schneidet schlecht ab

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Der zweijährige Tamino schaut am in Frankfurt im Garten der Kindertagesstätte "dOSTluk" durch ein Kinder-Fernrohr.

Wiesbaden - Die Quote bei der Kinderbetreuung fällt in Hessen regional sehr unterschiedlich aus. In Ballungsräumen ist sie hoch, auf dem Land geringer, wie Statistiker erhoben haben. Kommunalverbände sehen neue Herausforderungen kommen durch Flüchtlingsfamilien.

Bei der Kita-Betreuung in Hessen gibt es ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Die Betreuungsquote bei Kindern untern drei Jahren lag mit 37,0 Prozent in Frankfurt landesweit am höchsten, wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte. Auf den weiteren Plätzen lagen die Stadt Darmstadt mit 36,5 Prozent und der reiche Hochtaunuskreis im Speckgürtel von Frankfurt mit 34,5 Prozent. Die niedrigste Quote in Hessen hat ein ländlich geprägter Kreis in Hessen: der Landkreis Groß-Gerau in Südhessen mit 20,2 Prozent.

Die zweitniedrigste Quote mit 24,4 Prozent haben der Landkreis Offenbach und der konservative Landkreis Fulda im Osten. Die Betreuungsquote in Hessen liegt bei 29,7 Prozent, in Deutschland bei 32,9 Prozent. Die Statistiker machten eine Untersuchung aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland zum Stichtag 1. März 2015. Im Osten ist dabei die Quote - historisch gewachsen - wesentlich höher als im Westen. Der Hessische Städte- und Gemeindebund sieht im demografischen Wandel und im verstärkten Zuzug in Städte die Gründe für die Unterschiede: "Wir beobachten starken Zuzug in die Ballungsräume. In den Städten arbeiten Frauen auch häufiger und sind deshalb auf Kinderbetreuung angewiesen", erklärte der Geschäftsführende Direktor Karl-Christian Schelzke.

Im ländlichen Raum stünden häufiger Großeltern für die Betreuung zur Verfügung. Der Hessische Landkreistag teilt diese Analyse und sagt: "Momentan scheinen die Quoten den Bedarf zu decken. Die Situation ist weitgehend entspannt", beurteilt der Geschäftsführende Direktor Jan Hilligardt. "Aber durch den Flüchtlingszustrom wird die Nachfrage nach Betreuungsplätzen stark steigen. Noch behalten die Flüchtlingsfamilien ihre Kinder bei sich." Doch das könne sich schon bald ändern. Wie hoch dann der Bedarf ausfällt, sei unklar.

Quelle: op-online.de

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