Prozess hat begonnen

Klagen gegen Frankfurter Südumfliegung

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Acht Kommunen und fünf Privatleute klagen gegen die Südumfliegung von Frankfurt.

Kassel - Die Südumfliegung wurde für Maschinen mit Zielen im Norden eingeführt, um Regionen im Westen des Flughafens zu entlasten. Nun wird geklagt.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel will noch an diesem Dienstag über Klagen gegen die sogenannte Südumfliegung am Frankfurter Flughafen entscheiden. Die Kläger, acht Kommunen und fünf Privatleute aus Hessen und Rheinland-Pfalz, hatten in der vorangegangenen Verhandlung eine alternative Abflugroute vorgestellt. Diese sei bei der Planung nicht ausreichend geprüft worden.

Die Südumfliegung sei nur zustandegekommen, weil die Alternative nicht genug beachtet worden sei, sagte Klägeranwalt Bernhard Schmitz. Das beklagte Bundesamt für Flugsicherung argumentierte jedoch, das derzeitige Verfahren sei deutlich sicherer. "Es läuft auf die Frage hinaus, wie eine Alternativenprüfung rechtlich zu bewerten ist", sagte die Vorsitzende Richterin Monika Thürmer. Um welche Uhrzeit die Entscheidung fallen wird, war zunächst unklar.

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Die Südumfliegung wurde für Flugzeuge mit Zielen im Norden eingeführt, um Regionen im Westen des Flughafens zu entlasten. Die Maschinen fliegen dafür nach dem Start zunächst eine weite Südkurve, um erst danach in größerer Höhe nach Norden abzudrehen.

Geklagt hatten unter anderem die Stadt Groß-Gerau, die Gemeinden Nauheim und Trebur sowie die Ortsgemeinden Nackenheim, Lörzweiler, Nierstein, Ober-Olm und Klein-Winternheim (Az: 9 C 323/12.T). Zunächst war ein Verfahren für sogenannte Fehlanflüge diskutiert worden, also wenn landende Flugzeuge wieder durchstarten müssen.

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Zudem argumentierten die Kläger, mit der Südumfliegung würden die angepeilten 126 Flugbewegungen pro Stunde nicht erreicht, sondern nur 98. Die Route dürfe aber die Kapazität nicht einschränken. "Das ist wie Eulen nach Athen tragen", sagte die Richterin. Die klagenden Gemeinden bemängelten auch, sie seien als Lärmbetroffene bei dem Abflugverfahren nicht ausreichend beteiligt worden. Dies wies die Flugsicherung mit Verweis auf die Fluglärmkommission zurück.

Im April hatte der VGH Klagen gegen den sogenannten nördlichen Gegenanflug abgewiesen. Diese Route führt ankommende Maschinen vor der Landung nördlich am Flughafen vorbei, sie war nach Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn einige Kilometer nach Norden verlegt worden.

dpa

Quelle: op-online.de

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