Darmstädter Pharmariese Merck

Klares Bekenntnis zum Standort

Darmstadt - Pharmakonzern Merck stellt Masterplan vor und plant den Bau eines Innovations- sowie Besucherzentrums. In der jüngeren Vergangenheit stand der Darmstädter Pharma- und Chemieriese Merck vor allem aus zwei Anlässen in der Öffentlichkeit: Von Jens Dörr

Mit dem Programm „Fit für 2018“ - dann feiert der Dax-Konzern sein 350-jähriges Bestehen - will das Unternehmen effizienter und innovationsfreudiger werden, jährlich fast 400 Millionen Euro einsparen. Bis 2015 baut Merck allein in Deutschland mehr als 1000 Stellen ab. Zuletzt reduzierten die Darmstädter aber auch ihre Schulden von knapp zwei Milliarden auf 500 Millionen Euro. Nun blickt Merck nach vorne: Gestern präsentierten Kai Beckmann, Geschäftsleiter für den Standort Darmstadt mit seinen derzeit 8800 Mitarbeitern, und Architekt Jochen Renner einen baulichen Masterplan für die kommenden Jahre. Sie kündigten den Bau eines Innovationszentrums sowie die Errichtung eines Besucherzentrums an.

„Wir sind am Umsortieren, was das Gesicht betrifft“, sagte Renner, der seit 2012 für Merck tätig ist und zuvor sieben Jahre lang in führender Position im Hochbau von Bilfinger Berger gearbeitet hatte. Das bedeute neben kleineren baulichen und strukturellen Änderungen am Hauptsitz - etwa das Zusammenziehen verstreut arbeitender Kollegen - vor allem die „Öffnung nach außen“. Bislang nimmt man von Darmstadts größtem Arbeitgeber, der nur durch eine „Glaspyramide“ als Empfangsraum auffällt, wenig wahr. „Die neuen Gebäude sollen zwar auch zweckmäßig sein, vor allem aber zu einer optischen Aufwertung führen“, machte Beckmann in seinen Ausführungen keinen Hehl aus der Stoßrichtung. Etwa auf Höhe der Pyramide entsteht künftig etwas von der Straße zurückversetzt ein Innovationszentrum, das nicht allein als Beratungsort für neue Produkte, sondern auch zum Austausch über Dienstleistungen und Gespräche mit Kunden da sein werde. Dem Innovationszentrum soll sich ein Restaurant für die Mitarbeiter anschließen.

Die Pyramide soll verschwinden und einem optisch ansprechenden Platz weichen. Der setzt sich auf der östlichen Straßenseite, wo aktuell die Besucherparkplätze zu finden sind, fort. Auf dieser Seite soll auch das Besucherzentrum entstehen. Über die Art der Nutzung machten Beckmann und Renner gestern keine näheren Angaben. Das galt auch für die Ausgestaltung der Bauten und die Kosten. Weshalb Merck die wenig konkreten Pläne dennoch in die Öffentlichkeit brachte? „Nach dem Effizienzprogramm und der Umstrukturierung der Führungsebene wollen wir deutlich machen, dass für künftiges profitables Wachstum der Konzernzentrale eine besondere Bedeutung zukommt“, so Beckmann. Sie wolle man nun „zeitgemäßer“ gestalten, sich „nach außen öffnen“. Dazu gehöre auch das jetzige frühe Informieren der Öffentlichkeit, was am Dienstag (19 Uhr, Bürgerzentrum Darmstadt-Arheilgen) gegenüber Nachbarn und Anwohnern fortgesetzt werde. Vor allem aber sei der Masterplan, wie das 1,2 Quadratkilometer große Areal in Darmstadt zu entwickeln ist, ein „klares Bekenntnis zum Standort“, betonte Beckmann.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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