Klinikum Offenbach in Not: Jetzt kommt der „Spardoktor“

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Ursprünglich war die Fusion zwischen den kommunalen Kliniken in Offenbach und Wiesbaden für den Herbst geplant.

Offenbach (psh) ‐ Eine mögliche Fusion mit den Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden ist in weite Ferne gerückt. Jetzt sucht das in eine gefährliche finanzielle Schieflage geratene Klinikum Offenbach im eigenen Haus in allen medizinischen und pflegerischen Bereichen eilends nach Sparpotenzialen.

Ursprünglich war die Fusion zwischen den kommunalen Kliniken in Offenbach und Wiesbaden für den Herbst geplant, Synergieeffekte durch den Zusammenschluss sollten eine Ersparnis von 15 Millionen Euro pro Jahr bringen. „Daraus wird wohl so schnell nichts“, heißt es nun. Die Verantwortlichen am Klinikum in Offenbach konzentrieren sich jetzt zuerst darauf, eigene Hausaufgaben zu erledigen. Bei einer Tagung von Geschäftsführung und Krankenhausleitung ging es um das „Projekt sichere Zukunft“, sprich Strategien, um das Klinikum in kommunaler Trägerschaft zu halten.

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Dabei wurde deutlich, dass „wirtschaftliche Sondertatbestände“ (z.B. Ärztestreik, Inbetriebnahme des Neubaus, eine unerwartet deutlich gesunkene Belegungszahl) die Finanznot erhöht haben. Inhalt des Projekts, das manche „Aktion Spardoktor“ nennen, u.a.: bessere Belegungssteuerung - auch um Flurbetten zu vermeiden, die Auslastung der Bettenkapazität mit 87,5 Prozent und der Einsatz von Unternehmensberatern, die zusammen mit der Geschäftsführung Ende Oktober erste Ergebnisse  bei der Suche nach Optimierungen vorlegen  sollen.

Eine Maßnahme, die wohl mit den akuten Mängeln im Pflegebereich zusammenhängt: Zur Entlastung des Personals auf den Stationen werden für administrative Tätigkeiten Stationssekretärinnen eingesetzt, die gleichzeitig am Stationsstützpunkt auch Ansprechpartnerinnen für Patienten sein sollen.

Quelle: op-online.de

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