Schwarz-Grün in Hessen

Grüne Basis entscheidet über Koalition

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Ehemalige Feinde beglücken sich nun mit Geschenken: Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir.

Frankfurt - Tarek Al-Wazir ist vorsichtig: 60 bis 65 Prozent wären schon ein Erfolg, sagt der grüne Spitzenmann, der heute bei der Landesmitgliederversammlung im Frankfurter Stadtwerke-Casino den schwarz-grünen Koalitionsvertrag zur Abstimmung stellt. Von Petra Wettlaufer-Pohl 

Lieber erst mal tief stapeln, wobei faktisch schon 50,1 Prozent ausreichen würden. Doch mit so wenig Rückendeckung könnte der 42-Jährige das Experiment einer ersten schwarz-grünen Regierung in einem Bundesland kaum wagen. „Ich werde dafür kämpfen.“ Rund 630 der 5300 Mitglieder hatten sich bis heute Mittag angemeldet, gerechnet wird aber mit mehr Teilnehmern.

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Die Hessen haben als einziger Landesverband in den Flächenländern noch immer kein Delegiertenprinzip. Anders als in Rosbach vor der Höhe (Wetterau), wo ebenfalls heute der Kleine Parteitag der CDU hinter verschlossenen Türen tagt und mutmaßlich geschlossen für die Koalition stimmen wird, dürfte es bei den Grünen erhebliche Diskussionen geben.

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Der Kompromiss zum Frankfurter Flughafen etwa könnte Betroffenen sauer aufstoßen, andere sind prinzipiell gegen ein Bündnis mit dem langjährigen Erzfeind, Dritten sind zwei Ministerien zu wenig. Ihnen wird Tarek Al-Wazir vorrechnen, dass Wirtschaft und Verkehr sowie Umwelt, Energie. Landwirtschaft und Forsten in manch anderem Land fünf Minister beschäftigen. Der Grüne, der wie seine Co-Vorsitzende Kordula Schulz-Asche nicht mehr für das Parteiamt antritt, setzt darauf, dass bis heute alle den Koalitionsvertrag gelesen haben. Nur dann erkenne man, wie grün er tatsächlich sei.

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Quelle: op-online.de

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