Königin Sophia - begeistert

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Mit dem Flugverkehr macht Fraport Umsatz, für Gewinne sorgt der Einzelhandel.

Frankfurt ‐ Karl-Heinz Dietrich ist der Typ Macher. Der gelernte Betriebswirt, der seit fünf Jahren für das Geschäftsfeld Handels- und Vermietungsmanagement auf dem Frankfurter Flughafen zuständig ist, weiß, was Kunden wünschen. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Genauer gesagt die Passagiere, die zwischen zwei Flügen gerne einkaufen gehen. Die Umsteiger machen rund 53 Prozent der Passagiere insgesamt aus und sie sind, ebenfalls zu gut 50 Prozent, „gut situiert“, wie Dietrich sagt, also zahlungskräftig, „vom Typ Erfolgsstory“. Da ist es egal, ob es um die Tagescreme, das Modellkleid oder die Ledertasche geht.

Nun muss die Menschheit nicht wissen, was reiche Russinnen, aufstrebende Chinesen oder konsumfreudige Inder nach Hause tragen, wenn sie nicht mal den Fuß auf echten Frankfurter Boden setzen, sondern „flugseitig“ bleiben, also im Sicherheitsbereich. Doch Fakt ist, dass die Fraport AG - zu über 50 Prozent im Besitz der öffentlichen Hand - mit diesem Geschäft die besten Gewinne macht. Natürlich kauft auch der normale Urlauber gern ein, wenn er einmal im Jahr fliegt und im Duty Free auf Schnäppchen hofft.

Einkaufszentrum mit angeschlossenem Flughafen

Auf dem Flughafen orientieren sich die Mieteinahmen an den Umsätzen der Einzelhändler. Für Fraport bleiben zur Zeit rund drei Euro pro Passagier übrig, vier Euro sollen es bald sein.

Vom Einkaufszentrum mit angeschlossenem Flughafen wollen die Fraport-Chefs zwar nichts hören, den größten Umsatz macht das Unternehmen noch immer mit dem Fluggeschäft. Doch das Geld verdient er zum überwiegenden Teil mit seinem Einzelhandels- und Immobiliengeschäft. Dass die Händler in der Frankfurter City unter der Konkurrenz leiden - ein Vorwurf der manchmal kommt, weil der Flughafen sich immer mehr zu eigenen Stadt entwickelt - ist für Dietrich nicht nachvollziehbar. Bei den zahlungskräftigen Umsteigern liegt es in der Natur der Sache, dass sie nur am Flughafen einkaufen können.

Zur Zeit bietet Fraport 18 000 Quadtratmeter Einzelhandelsfläche an, bis 2012 sollen es 30 000 Quadratmeter werden - mit hochattraktiven Angeboten, wie Dietrich versichert. Er glaubt, dass er auf diesem Weg schon gut voran gekommen ist. Und wie zum Beweis zieht er ein Schreiben der spanischen Königin Sophia hervor, die sich ausdrücklich bedankt für die tollen Einkaufsmöglichkeiten auf dem Frankfurter Flughafen, die sie vor Weihnachten genießen konnte. Auch Königinnen steigen eben manchmal um.

Das Ziel: 30.000 Quadratmeter

Der Frankfurter Flughafen zählt im Jahr rund 53 Millionen Passagiere, von denen mehr als die Hälfte Umsteiger sind. Sie sind zum großen Teil zahlungskräftige Kunden der Einzelhandelsgeschäfte hinter den Sicherheitskontrollen. Der Flughafenbetreiber Fraport vermietet zur Zeit insgesamt 18.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche, in zwei Jahren sollen es 30.000 Quadratmeter sein.

Das Handels- und Vermietungsgeschäft ist inzwischen ein strategisches Geschäftsfeld, mit dem das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Gewinns erzielt. Die Fraport AG ist ein börsennotiertes Unternehmen, zu 51,65 Prozent im Besitz des Landes und der Stadt Frankfurt. (wet)

Quelle: op-online.de

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