Kommentar: Wenig Substanz

Die Länge seines Auftritts gestern vor den Medien stand in keinem Verhältnis zum Informationsgehalt seiner markigen Ausführungen. Boris Rhein ist offenkundig unter Druck. Von Petra Wettlaufer Pohl

Der Innenminister, der sich bis vor wenigen Wochen einen liberalen Anstrich gab, um Oberbürgermeister in Frankfurt zu werden, hat nach der verlorenen OB-Wahl wieder die Rolle des harten Kerls übernommen nach dem Motto „Niemand kann innere Sicherheit besser als die Hessen“.

Da stört es schon, wenn die böse Opposition immer wieder Vergabeverfahren skandalisiert, die doch angeblich Schnee von gestern sind. Oder wenn Gerichte befinden, dass das Haus in Personalfragen schon wieder Fehler gemacht hat oder Medien über Pannen bei den NSU-Ermittlungen berichten.

Also keilt Boris Rhein in bewährter Manier zurück, redet viel und sagt wenig. Genau das ist sein Problem. Statt die Vorwürfe mit Fakten aufzuklären, schwadroniert er und weicht aus. Genützt hat ihm seine forsche Replik gestern daher wenig.

Quelle: op-online.de

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