Kommentar: Statistik täuscht

Am stetigen Ausbau der Ganztagsschulen kommt kein Land mehr vorbei. Unter Fachleuten steht längst fest, dass Kinder durch die Verzahnung von Vor- und Nachmittagsangeboten in gut ausgestatteten gebundenen Ganztagsschulen individueller und damit besser gefördert werden können. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Ganztagsschulen sind somit ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und nebenbei auch zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dass es hier in allen Ländern Nachholbedarf gibt, bestätigte die jüngste Bertelsmann-Studie.

Wenn Bundesländer wie auch Hessen sich heute loben, dass rund die Hälfte ihrer Schulen Ganztagsangebote machen, ist das jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn hinter den Zahlen, die die statistischen Entwicklungen seit 2003 so erfreulich aussehen lassen, verbergen sich höchst unterschiedliche Modelle. Die pädagogische Mittagsbetreuung in Hessen etwa, die das Gros der Angebote darstellt, ist von einer echten Ganztagsschule weit entfernt.

Denn der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist abhängig von den finanziellen Ressourcen, die das Land zur Verfügung stellt. Auf diese Weise ändert sich die Zahl echter Ganztagsschulen mit entsprechend höherem Bedarf seit Jahren kaum, während die der Ganztagsangebote kontinuierlich steigt. Das ist gut für die Statistik, ob es den Kindern viel weiter hilft, ist eine andere Frage.

Quelle: op-online.de

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