Endlich mehr Bewegung!

Kommentar zum Ausbau der Ganztagsschulen

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Wer über das Ganztagsschulangebot diskutiert, sollte sich auch an Berichte im Sommer 2014 erinnern: Der Ausbau der Ganztagsschulen in Hessen habe deutlich an Tempo verloren, hieß es damals in einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Von Peter Schulte-Holtey

Das Kultusministerium verwies umgehend auf den „Pakt für den Nachmittag - eines der zentralen bildungspolitischen Ziele der Landesregierung“ und auf einzelne Pilotprojekte. Entscheidende Weichenstellungen gab es in Hessen aber seitdem nicht.

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Beim Bildungsgipfel wurde zuletzt viel Kritik an dieser wenig offensiven Politik laut. Offenbar ist der wachsende Unmut auch in der schwarz-grünen Koalition in Wiesbaden vernommen worden; endlich reagiert Kultusminister Alexander Lorz, im nächsten Schuljahr sollen 38 Grundschulen neu in das Programm des Landes aufgenommen werden. Dass sich viele Eltern, Lehrerverbände und die Opposition im Landtag nun verwundert die Augen reiben, ist verständlich. Warum musste erst beträchtlicher Druck aufgebaut werden, so dass sich das Schulministerium mehr bewegt?

Am schnelleren Ausbau der Ganztagsschulen kommt Hessen doch gar nicht mehr vorbei. Unter Fachleuten steht seit langem fest, dass Kinder durch die Verzahnung von Vor- und Nachmittagsangeboten in gut ausgestatteten gebundenen Ganztagsschulen individueller und damit besser gefördert werden können. Und vor allem Grundschulen werden angesichts von Flüchtlingen und Zuwanderung immer mehr zu regelrechten Integrationszentren. Wer dort investiert, kann die Rendite schon heute fest einplanen.

peter.schulte-holtey@op-online.de

Quelle: op-online.de

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