Keine einsame Entscheidung

Kommentar zur Baugenehmigung für Terminal 3

Wenn schon in die Nesseln, dann aber richtig! Was die Grünen dazu bewogen haben könnte, ausgerechnet in der parlamentarischen Sommerpause die Baugenehmigung für das Terminal 3 am Flughafen verkünden zu müssen, dürften sie vielleicht heute schon nicht mehr verstehen. Von Christian Riethmüller

Es war gewiss keine einsame Entscheidung des Frankfurter Planungsdezernenten und Bürgermeisters Olaf Cunitz, nun all den Unkenrufen der politischen Gegner recht zu geben. Die hatten nämlich schon vermutetet, dass diese Entscheidung in den Sommerferien verkündet wird. Da ist schließlich keiner da, der sich aufregen kann, so das unterstellte Kalkül. Den von der SPD erhobenen Vorwurf der „Hinterzimmerpolitik“ müssen sich die Grünen also schon einmal gefallen lassen. Warum sie aber diese brisante Entscheidung mit halbgaren Erklärungen wie „Baurecht heißt nicht Baupflicht“ relativieren wollen, ist fast schon ungehörig.

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Sowohl Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir als auch der Dietzenbacher Flughafenexperte Frank Kaufmann wissen um den Rechtsanspruch der Fraport AG auf Erteilung der Baugenehmigung wie sie auch wissen, dass dieses Unternehmen auf Wachstum setzen muss. Selbst wenn die prognostizierten Fluggastzahlen, die den Bau eines weiteren Terminals erfordern, vielleicht nie erreicht werden, wollen Aktionäre genau davon hören. Und weil die Fraport AG gemäß Aktienrecht ihren Aktionären verpflichtet ist, muss sie die Träume nähren. Deshalb wird das Terminal 3 gebaut werden. Das wissen auch die Grünen. Und das sollten sie zugeben. Nicht nur in der Ferienzeit.

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Quelle: op-online.de

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