Die Meinung ist frei

Kommentar zur 67. Frankfurter Buchmesse

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Christian Riethmüller

Offenbach - Weltempfang heißt ein Zentrum in Halle 3. 1 auf der Buchmesse. Dort präsentieren sich Organisationen auswärtiger Kulturpolitik und treffen Literaten, Übersetzer und Politiker verschiedener Nationalitäten aufeinander. Von Christian Riethmüller

Bei der diesjährigen Buchmesse steht der Name des Zentrums aber für mehr, wenn nicht sogar fürs Ganze. In einer immer globalisierteren Welt dürfte nichts wichtiger sein, als über diese Welt Bescheid zu wissen, um sich auf ihren Lauf einstellen zu können. Dieses Wissen lässt sich durch verständiges Lesen erwerben, vorausgesetzt, Meinungs- und Publikationsfreiheit ermöglichen die Verbreitung entsprechender Schriften.

Deshalb ist der Hinweis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nur zu richtig, dass Bücher einen „zentralen Beitrag für eine offene und tolerante Gesellschaft leisten“. Und deshalb war es auch wichtig, gestern bei der Eröffnung der Buchmesse mit Salman Rushdie jenen Schriftsteller als Gast zu begrüßen, dessen universales Recht auf Meinungsfreiheit aufsehenerregend beschnitten wurde, als Fundamentalisten über ihn wegen einer Buchveröffentlichung die Fatwa verhängten. Rushdies Rede galt aber nicht nur dem Ringen mit religiösen Eiferern, sondern auch uns, die wir meinen, Meinungsfreiheit solle vor allem niemandem wehtun. Nicht umsonst hat der Börsenverein Verleger, Buchhändler und Autoren vor einer möglichen Selbstzensur gewarnt. Wenn Frankfurt nun für fünf Tage die literarische Welt empfängt und über Buchrechte verhandelt, sollte als Botschaft in die Welt hinausgehen, dass Meinungs- und Publikationsfreiheit keine verhandelbaren Werte sind.

Fakten zur Buchmesse 2016 in Frankfurt

Quelle: op-online.de

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