Datenpannen bei Lohnsteuerkarten

Kommentar: Wehrlos ausgeliefert

Steuerzahler muss das auf die Palme bringen: Hunderttausenden Arbeitnehmern in Hessen drohen im neuen Jahr fehlerhafte Lohn- und Gehaltsabrechnungen, so die Befürchtung der Steuer-Gewerkschaft, die die Mitarbeiter in der Finanzverwaltung vertritt.

Mit der Umstellung auf die elektronische Lohnsteuerkarte hätten die Finanzämter Aufgaben von den Kommunen „ohne Personalausgleich“ übertragen bekommen, Fehler inklusive.

Wieder einmal muss der Steuerzahler für andere büßen. Es klingt wie Hohn, wenn es heißt: Lieber Steuerzahler, überprüfe ganz genau alle Angaben des Finanzamts, alle Lohn- und Gehaltsabrechnungen! Wie ist es denn mit denjenigen, die keinen Durchblick haben - sich auch keinen Steuerberater leisten können? Wer macht auf zu viel gezahlte Steuern aufmerksam? Das Finanzamt wahrscheinlich nicht, denn die fühlen sich ja unschuldig am aktuellen Chaos.

Lesen Sie dazu auch den Artikel:

Pannen sorgen für Chaos bei Finanzämtern

Und erneut wird in Erinnerung gerufen, dass der Dschungel an Steuervorschriften inzwischen schier undurchdringlich ist und angesichts der Gesetzeshektik der vergangenen Jahre selbst Steuerberater aufstöhnen lässt. Viele Steuerreformen der Vergangenheit haben statt zur Vereinfachung zum Anschwellen der Paragrafenflut geführt.

Das hat mit Transparenz, die den Bürgern ja immer versprochen wird, rein gar nichts zu tun. Erneut fühlt man sich dem Fiskus wehrlos ausgeliefert.

Quelle: op-online.de

Kommentare