Eignungstest für Lehrer?

Kommentar: Fehlende Garantien

Unfähige Politiker werden abgewählt, miese Manager entlassen. Schlechte Lehrer aber unterrichten meist weiter. Bleibt also nur zu verhindern, dass ungeeignete Pädagogen an die Schule kommen? Von Peter Schulte-Holtey

Nein, so einfach ist das nicht. Zwar gibt es immer wieder interessante Ansätze für Eignungstests. Ähnlich einem Assessment-Center prüft zum Beispiel in Passau eine Kommission aus Theoretikern und Praktikern die Kandidaten auf Herz und Nieren. Doch ist damit automatisch eine Erfolgsgarantie verbunden? Erfahrene Pädagogen erinnern daran, das schon die Verständigung auf die Definition, was einen „guten Lehrer“ ausmacht, schwierig ist. Auch dieser Beruf verändert sich ja laufend, die Anforderungen sind enorm: Lehrer sollen familiäre Probleme der Schüler im Auge behalten, Erziehungsaufgaben mit übernehmen, sozialen Ausgleich schaffen und - natürlich - erfolgreich Wissen vermitteln.

Verpflichtende Eignungstests sind nicht der Königsweg. Dies darf aber nicht als Freibrief angesehen werden, die Hände in den Schoß zu legen. Überfällig ist noch mehr Beratung für Studienanfänger, um die Selbsteinschätzung der jungen Menschen zu schärfen. Da hilft nicht nur ein Praktikum am Anfang des Studiums. Nützlich wäre sicherlich auch, dass das bereits bestehende Hilfenetz für Lehrer genauer unter die Lupe genommen wird. Viele Pädagogen wollen besseren Unterricht anbieten, wünschen sich mehr Unterstützung.

Quelle: op-online.de

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