Einsames Sterben

Kommentar: Signale richtig werten

Wer nicht das Glück hat, im Kreise seiner Angehörigen sanft und schnell zu entschlafen...  Von Peter Schulte-Holtey

... tritt als letzten Weg das langwierige und oft entwürdigende Martyrium der Intensivmedizin mit ihren Apparaten und Schläuchen oder der unterfinanzierten Pflegeheime mit Zwangsernährung und völlig überlasteten Pflegern an. Eine weitere Gruppe von Tragödien wird inzwischen sichtbarer: Immer häufiger sterben Menschen, ohne dass es jemand bemerkt. Es ist unvorstellbar, was sie durchmachen. Es ist niemand bei ihnen, der sie letztendlich auch nur beruhigt - sei es durch Körperkontakt, Hand halten oder Ähnliches.

Sicherlich führen fehlende Kommunikation, Anonymisierung und Egoismus zu solch traurigen Geschehen. Doch dies darf nicht als Entschuldigung für wachsende Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft dienen. Nachbarn, Postzusteller, Stadtwerke und Verwandte sind mehr denn je gefordert, deutliche Signale richtig zu bewerten, aufmerksamer zu sein. Es geht um mehr Menschlichkeit.

Quelle: op-online.de

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